taz: Tagung „Wie wir arbeiten wollen – Das taz.lab zur Zukunft der Arbeit“

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Categories: Medien

Haus der Kulturen der Welt, John-Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin

Ein Mensch hat ordentlich gearbeitet oder schlampig gearbeitet, hat etwas abgearbeitet oder einfach nur weggearbeitet, hat sich alles ganz allein erarbeitet oder sehr gern mit anderen zusammengearbeitet. Manche sind schon völlig überarbeitet, andere haben sich gerade erst eingearbeitet. Einige in Südwestdeutschland sagen lieber: schaff en, weil dort ja oftmals nur jemand etwas schafft, wer was schafft. Sonst schaffen ihn die anderen. Ab.

Die Arbeit ist auf der ganzen Welt eine große Sache, sie hinterlässt Spuren, Schwielen an den Händen, Sonnenbrand auf den Schultern, einen staubigen Bart. Oder müde Augen, einen sehr runden Rücken, eine Bandage am Handgelenk. Manche Arbeit lässt hungrig oder macht krank, sie verletzt den Körper oder die Seele oder beides. Andere Arbeit macht glücklich, gesund und vielleicht sogar einen Unterschied.

Man kann die Spuren der Arbeit nicht immer richtig lesen, es ist deshalb wichtig, sich über sie auszustauschen. Das wollen wir auf dem taz lab tun.

Wie geht es den Arbeitenden? Wie wollen wir, in der sich sehr schnell verändernden Welt, arbeiten? Aber auch: Wie wollen wir nicht arbeiten? Kann ein Bedingungsloses Grundeinkommen die veränderten Arbeitsbedingungen in eine positive Richtung lenken? Wie steht es eigentlich um den Klassenkampf?

Wir wollen über Digitalisierung sprechen. Über Regeln und Freiheiten. Über Gerechtigkeit. Über Pflegearbeit, wie man sie besser wertschätzen könnte. Über sichtbare und unsichtbare Arbeit. Auf dem taz lab sind Putzkräfte aus der taz und Vorsitzende von Parteien, ein Bauer und ein Brauer, eine Olympiasiegerin und einer, der das Grundeinkommen schon getestet hat. Das taz lab ist lebendig, es lebt immer schon von der Lust an der Diff erenz. Das Redaktionsteam hat exzellente Grundlagen gelegt, damit die Gäste sich austauschen können – das Publikum selbstverständlich eingeschlossen. An die Arbeit!

Arbeiten müssen wir alle, über das Wie lässt sich diskutieren: Für die einen ist Arbeit „bloß“ ein notwendiges Übel, um sich das Leben leisten zu können, für andere bedeutet Arbeit sinnstiftende Selbstverwirklichung, und wieder andere versuchen ein gesundes Gleichgewicht zwischen Arbeits- und Privatleben hinzubekommen. Manche haben gern Tag für Tag viele Kolleg*innen um sich, andere werkeln lieber – manchmal oder immer – für sich allein. Der Lohn soll nicht nur für das Heute reichen, sondern möglichst auch Sicherheit in der Zukunft geben. Unter welchen Bedingungen wir auch immer arbeiten: Arbeit ist für jeden Menschen der dauerhafteste Bereich eines Lebens. Nicht alle aber können auswählen, wie sie arbeiten wollen. Millionen, allein in Deutschland, können von ihrer Arbeit nicht so leben, dass es reicht. Dass man sich eine Atempause, wenigstens am Abend, leisten könnte. Arbeit wird zunehmend ungerecht verteilt und ist damit das zentrale Thema in Gesellschaften, die längst von Globalisierung, von weltweiter Arbeitsteilung und damit von unsicheren Lebensaussichten erfasst sind.

Dieses Jahr thematisiert das taz lab das, was „Arbeit“ genannt wird. Mit einer Fülle von Aspekten – aber eher nur selten visionären. Das Spintisieren über das, was Digitalisierung und Automatisierung bedeutet, wird uns zwar nicht fremd sein, aber wir kümmern uns besonders um jene, deren Stimmen man nur selten hört: SchwerstarbeiterInnen, ehrenamtlich Engagierte, Prekäre, Abgehängte. Apropos: Was bedeutet das überhaupt – abgehängt sein?

Wir als taz-lab-Team haben dieses Programm mit Liebe und Mühe über Monate zusammengebastelt. Wir haben viel gearbeitet und das hat Spaß gemacht, sehr viel sogar. Wir wünschen uns und vor allem Ihnen: einen wunderbaren taz lab-Tag im Haus der Kulturen der Welt, einen Tag der Erkenntnisse und der Unterhaltungen, der Kommunikationen und der Überraschungen

Weitere Informationen: www.taz.de

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