Trump, Putin und andere zerreißen die geopolitische Ordnung und teilen die Welt in Einflusszonen zwischen den USA, Russland und China. Trump setzt auf Hardpower und verfolgt egoistische Interessen, während die Softpower des Westens und der Demokratie erodiert. Europa wird in dieser Umgestaltung zunehmend als störend wahrgenommen, und der US-Präsident stellt die EU, einen potenziellen Konkurrenten, infrage. Auch die NATO, die jahrzehntelang für Frieden sorgte, scheint in Washington nicht mehr selbstverständlich. Trump wendet sich von Europa ab, und der Kontinent steht erschrocken da.
Doch diese Umwälzung ist eine Chance für Europa, das an Einfluss verloren hat. Jetzt könnte Europa den „Schalter umlegen“ und einen neuen, zukunftsorientierten Kurs einschlagen. Trotz aller Krisen sollte es seinen Werten treu bleiben, die mit den Interessen des Globalen Südens vereinbar sind. Europa könnte sich dafür einsetzen, die UN zugunsten dieser Länder zu reformieren – ein Schritt, der Respekt und Glaubwürdigkeit einbringen würde.
Es steht viel auf dem Spiel: Kann Europa wieder als Vorbild wirken? Mit: Martin Kobler & Barbara Lochbihler.