Stark behaarte Männer mit Speeren auf der Jagd – bis heute prägen eben solche Bilder unsere Vorstellung von Steinzeitmenschen. Doch warum sind es meistens Frauendarstellungen, die von Frühmenschen selbst hinterlassen wurden? Und was haben die opulent geformten Venusfiguren mit betonten Brüsten und Schamdreiecken damit zu tun?
In ihrem minutiös recherchierten Comic „Die Frau als Mensch“ geht die Künstlerin Ulli Lust diesen stereotypischen Annahmen nach und zeigt, wie stark unsere Geschichtsschreibung durch patriarchale Denkmuster beeinflusst wird. Gekonnt verwebt sie Zeitebenen, wissenschaftliche Erkenntnisse und Alltagserfahrungen zu einem bahnbrechenden Werk, das im letzten Jahr als erster Comic überhaupt mit dem Deutschen Sachbuchpreis ausgezeichnet wurde.
Über die Fortsetzung ihrer groß angelegten Erforschung unserer Ursprünge (Reprodukt, 2026) spricht Ulli Lust mit der Geschlechterforscherin Andrea Zimmermann.