LibMod mit vier Veranstaltungen beim Cafe Kyiv 2026

LibMod freut sich sehr, auch 2026 wieder als Partner an der vierten Auflage von „Cafe Kyiv“ teilzunehmen, organisiert von der Konrad-Adenauer-Stiftung. Am 23. Februar 2026 laden wir herzlich zu vier Podiumsdiskussionen ein. Zusätzlich wird LibMod Ukraine-Programmleiter Simon Schlegel an einem weiteren Panel auf der Book Stage teilnehmen. Das Cafe Kyiv verbindet Politik, Wissenschaft, Kultur, Innovation und Networking. Dabei stehen insbesondere die Themen Freiheit, Sicherheit und Wiederaufbau im Vordergrund.

Wahlen unter Beschuss: Wie russische Desinformation Demokratien ins Visier nimmt – Einblicke aus den Frontstaaten Europas

In den östlichen Nachbarländern Europas und innerhalb der EU setzt Russland Desinformation als langfristige Strategie ein, um sich in die Innenpolitik einzumischen und demokratische Wahlen zu manipulieren. In der Ukraine versucht Russland, die Legitimität der Regierung zu untergraben, indem es sie unter Druck setzt, während des Krieges Wahlen abzuhalten. Georgien veranschaulicht die langfristigen Auswirkungen der russischen Einmischung: demokratischer Verfall und schrumpfender zivilgesellschaftlicher Raum. Moldawien hat bei den Parlamentswahlen im letzten Jahr einen koordinierten Versuch, sein politisches System zu untergraben, erfolgreich verhindert. Unterdessen sieht sich Armenien, wo in diesem Jahr Parlamentswahlen stattfinden werden, bereits offenen Drohungen aus Moskau ausgesetzt. In ähnlicher Weise beeinflussen pro-russische Narrative zunehmend die öffentliche Debatte in Deutschland, wo 2026 Landtagswahlen anstehen. Anhand von Fallstudien aus diesen fünf Ländern wird das Panel das Desinformations-Spielbuch des Kremls untersuchen und dabei wiederkehrende Muster, länderspezifische Unterschiede und neue Merkmale hervorheben, die sich 2025–2026 abzeichnen. Die Diskussion wird sich auch damit befassen, was Deutschland aus den Erfahrungen Osteuropas und des Südkaukasus lernen kann und wie es seine demokratische Widerstandsfähigkeit stärken kann.

Buchvorstellung: „Die übersehene Nation – Deutschland und die Ukraine seit dem 19. Jahrhundert“ von Martin Schulze Wessel

Der Osteuropahistoriker Martin Schulze Wessel stellt sein Buch „Die übersehene Nation. Deutschland und die Ukraine seit dem 19. Jahrhundert“ vor – die erste umfassende Darstellung der deutsch-ukrainischen Beziehungen. Das Werk zeigt, wie eng beide Länder historisch verflochten sind: von den kolonialen deutschen Plänen im Ersten Weltkrieg und ihrer Rolle bei der kurzzeitigen ukrainischen Staatlichkeit 1918, über die katastrophalen Verbrechen des deutschen Vernichtungskrieges in der Ukraine, bis zum erneuten Verschwinden des Landes im deutschen Bewusstsein nach 1945. Im Mittelpunkt steht die Frage, warum Deutschland seine historische Verantwortung gegenüber der Ukraine lange unterschätzt hat und welche Bedeutung diese Vergangenheit für die heutige Haltung zum russischen Angriffskrieg hat.

Wie lassen sich die Finanzierungsbedarfe der Ukraine während und nach dem Krieg sichern?

Während des russischen Angriffskrieges erhielt die Ukraine zwischen 2022 und 2024 jährlich rund 90 Mrd. EUR an militärischer, finanzieller und humanitärer Unterstützung von den USA, der EU und anderen Partnerländern. Der Finanzierungsbedarf ist somit äußerst hoch. Während die Ukraine und ihre Partner derzeit über mögliche Finanzierungsquellen für die kommenden Jahre diskutieren, sind die Bedingungen an die Unterstützung klar. Die Finanzierung muss ausreichend, schnell verfügbar und planbar sein. Um die Finanzierung der Hilfe aufrechtzuerhalten, diskutieren Forschende und politische Entscheidungsträger:innen verschiedene Instrumente. Eines davon ist ein sogenannter Reparationskredit, der auf den eingefrorenen russischen Vermögenswerten basiert. Unser Panel wird die Chancen und Risiken dieser Instrumente erörtern und sich mit folgenden Fragen befassen:

  • Wie hoch ist der Finanzierungsbedarf für Verteidigung, Infrastruktur und makroökonomische Unterstützung?
  • Wie funktioniert der Reparationskredit?
  • Gibt es Alternativen?
  • Was sind die Auswirkungen für die Ukraine, die EU, die USA und Russland?

Verteidigungskommunikation – Der Krieg um Aufmerksamkeit, der Kampf um die Wahrheit

Moderne Kriege und Konflikte werden nicht mehr ausschließlich entlang der Frontlinie ausgetragen. Sie finden parallel dazu im Informationsraum statt – in sozialen Medien, traditionellen Nachrichtenredaktionen und auf digitalen Plattformen –, wo Narrative die öffentliche Wahrnehmung und den politischen Willen prägen und zugleich den sozialen Zusammenhalt beeinflussen. Dieses Panel untersucht, wie Behörden, Streitkräfte und Akteure des privaten Sektors ihre Widerstandsfähigkeit gegen Desinformation, Manipulation und psychologische Operationen stärken können. Es untersucht, wie glaubwürdige Kommunikation, Transparenz und Schnelligkeit falschen Narrativen entgegenwirken, das Vertrauen der Öffentlichkeit aufrechterhalten und demokratische Entscheidungsprozesse in Krisenzeiten schützen können. Ausgehend von den Erfahrungen in der Ukraine wird die Diskussion die Rolle der Verteidigungskommunikation als strategische Fähigkeit thematisieren: von der Abstimmung der Botschaften zwischen Regierung, Militär und Industrie bis hin zur verantwortungsvollen Kommunikation sensibler Technologien, operativer Realitäten und Risiken, ohne gegnerische Narrative zu nähren. Das Panel stellt eine zentrale Frage: Wie können Institutionen den Kampf um Aufmerksamkeit gewinnen, ohne die Wahrheit zu kompromittieren, und wie kann erfolgreiche Kommunikation zu einem entscheidenden Vorteil in der modernen Verteidigungs- und Sicherheitspolitik werden?

Wo kann man Forschungsergebnisse zur Ukraine veröffentlichen?

Russlands großangelegte Invasion der Ukraine wurde von einem umfassenden Informationskrieg vorbereitet und begleitet, der die Wahrheit über diesen Angriff und über die Ukraine verzerrt, verschleiert und verfälscht. Die russische Regierung setzt systematisch Fehl- und Desinformation ein, um die öffentliche Meinung weltweit zugunsten des Kremls zu beeinflussen. Dies stellt nicht nur eine Herausforderung für den Journalismus dar, sondern auch für Publizistik, Literatur und Wissenschaft. Wo und wie können glaubwürdige, unabhängige Perspektiven auf die Ukraine und den Krieg veröffentlicht werden? Ukrainische und deutsche Verlage sowie Reihenherausgeber*innen, die sich der Verstärkung ukrainischer Stimmen verschrieben haben, stellen ihre Publikationsplattformen vor und diskutieren Möglichkeiten zur Veröffentlichung individueller wie auch kollektiver Forschung.

Zum Event

Event Detail

23. Februar 2026 17:00
23. Februar 2026 20:45
Gleimstraße 31, 10437 Berlin

Organizers

Zentrum Liberale Moderne (LibMod)
Das Zentrum Liberale Moderne ist ein politischer Think Tank und eine Debattenplattform. LibMod steht für die Verteidigung und Erneuerung der liberalen Demokratie, für den Aufbruch in die ökologische Moderne und für eine fundierte Osteuropa-Expertise.