8. Teil der Reihe »Auch Deutsche unter den Opfern: Eine Reihe zum Thema Rechtsextremismus«
In den vergangenen Jahren geraten Pride-Paraden und CSDs zunehmend ins Visier rechter Mobilisierungen. Queerfeindliche Proteste, Einschüchterungsversuche und gezielte Kampagnen stellen Errungenschaften queerer Sichtbarkeit und Selbstbestimmung infrage – besonders auch in Ostdeutschland.
Die Veranstaltung widmet sich der Frage, wie rechte Akteur*innen gegen Pride-Veranstaltungen mobilisieren, welche ideologischen und historischen Linien dabei sichtbar werden und welche Auswirkungen dies auf queere Communities hat. In kurzen Inputs aus dem Aktivismus in Ostdeutschland, der Wissenschaft sowie der Berliner Museumsarbeit werden Einblicke in aktuelle Entwicklungen, Forschungsergebnisse und praktische Erfahrungen gegeben.
Nach einem anschließenden Austausch an Thementischen lädt eine Fishbowl-Diskussion dazu ein, gemeinsam mit den Expertinnen vertieft ins Gespräch zu kommen, Perspektiven auszutauschen und Handlungsmöglichkeiten zu diskutieren: Wie kann Solidarität konkret aussehen? Welche Strategien stärken queere Veranstaltungen und ihre Unterstützer:innen?
Auf dem Podium kommen miteinander ins Gespräch:
- Dr. Sabine Volk, wissenschaftliche Mitarbeiterin am IRex im Bereich Politische Akteure und Ideologien der Eberhard-Karls-Universität Tübingen
- Ocean Hale Meißner, Aktivist*in, Döbeln (CSD-Organisation)
- Lea Bellmann, Vorsitzende der Agentur für Aufklärung und Demokratie (AfAuD)
- Jonas Löschau, Lokalpolitiker und CSD-Initiator Bautzen
- Heiner Schulze, Vorstand Schwules* Museum, Berlin
Es moderiert Dilek Üşük.
Über die Veranstaltungsreihe
Mit der Reihe »Auch Deutsche unter den Opfern« (O-Ton Polizeibericht) greift die Berliner Landeszentrale für politische Bildung das Thema Kontinuitäten des Rechtsextremismus und aktuelle gesellschaftliche Prozesse auf. Der Hass auf vermeintliche Minderheiten, die Angriffe auf demokratische Institutionen und das Verbreiten hetzerischer, menschenverachtender und teilweise verschwörungsgläubiger Inhalte stellt eine der größten Bedrohungen für unsere freiheitliche Gesellschaft und demokratische Ordnung dar. In insgesamt sieben Foren, zwei Lesungen und drei Filmabenden wird Raum geschaffen, unterschiedliche Phänomene des Rechtsextremismus bis hin zu rechtsterroristischen Aktivitäten in ihrer gesamtgesellschaftlichen Bedeutung mit Expertisen aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. Alle Veranstaltungen finden unter Beteiligung des Publikums statt.
Der Titel der Reihe nimmt Bezug auf deutsche Debatten über die Opfer rechtsextremer Morde und ihrer Herkunft. Dies verweist auch auf Fragen wie: Wer ist deutsch? Wer nicht? Wessen wird wie gedacht? Und letztlich: Was ist ein Menschenleben wert?