3. Teil der Reihe »Auch Deutsche unter den Opfern: Eine Reihe zum Thema Rechtsextremismus«
Tuğsal Moğul setzt sich in seinen Werken mit den Auswirkungen rassistisch motivierter Gewalt in Deutschland auseinander. In seinem neuesten Rechercheprojekt bearbeitet er das Attentat von Hanau theatral. Er lässt in seinem Stück die Perspektive der Opfer zu Wort kommen und fragt nach den vielen Fehlern, die vor, während und nach dem Anschlag von Seiten der Polizei, Staatsanwaltschaft, Politik und den Medien begangen wurden:
- Der Attentäter war der Polizei bereits als rechtsextrem bekannt.
- Wieso wurde er nicht besser überwacht?
- Wieso war der Notruf 110 in der Tatnacht nicht erreichbar?
- Wieso war der Notausgang in der Arena-Bar verschlossen?
- Wie kann es sein, dass Einsatzleute des SEK am Tatort später als rechtsextremistisch entlarvt wurden?
In enger Zusammenarbeit mit der Initiative 19. Februar Hanau fragt Moğul nach Konsequenzen und fordert eine lückenlose Aufklärung, damit wir den Opfern und Angehörigen gerecht werden und an sie erinnern.
Tuğsal Moğul liest aus seinem Stück AND NOW HANAU
Über die Veranstaltungsreihe
Mit der Reihe »Auch Deutsche unter den Opfern« (O-Ton Polizeibericht) greift die Berliner Landeszentrale für politische Bildung das Thema Kontinuitäten des Rechtsextremismus und aktuelle gesellschaftliche Prozesse auf. Der Hass auf vermeintliche Minderheiten, die Angriffe auf demokratische Institutionen und das Verbreiten hetzerischer, menschenverachtender und teilweise verschwörungsgläubiger Inhalte stellt eine der größten Bedrohungen für unsere freiheitliche Gesellschaft und demokratische Ordnung dar. In acht Foren, einer Lesung und drei Filmabenden wird Raum geschaffen, unterschiedliche Phänomene des Rechtsextremismus bis hin zu rechtsterroristischen Aktivitäten in ihrer gesamtgesellschaftlichen Bedeutung mit Expertisen aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. Alle Veranstaltungen finden unter Beteiligung des Publikums statt.
Der Titel der Reihe nimmt Bezug auf deutsche Debatten über die Opfer rechtsextremer Morde und ihrer Herkunft. Dies verweist auch auf Fragen wie: Wer ist deutsch? Wer nicht? Wessen wird wie gedacht? Und letztlich: Was ist ein Menschenleben wert?