Wie können wir Haltung zeigen gegen Rassismus, Antisemitismus und andere demokratiefeindliche Einstellungen? Ein großes, historisches Vorbild ist dafür nach wie vor Fritz Bauer, einer der bedeutendsten Generalstaatsanwälte der Bundesrepublik. Wie kein anderer trieb er in der Nachkriegszeit die Strafverfolgung von NS-Täter:innen voran. Dafür stellte er ein Team von jungen, unbelasteten Staatsanwälten zusammen. Beliebt machten sie sich mit ihrer Arbeit nicht, während die Mehrheit der westdeutschen Gesellschaft einen Schlussstrich unter die Nazi-Zeit ziehen wollte und viele ehemalige Täter:innen wieder für den Staat arbeiteten. Wie konnten Bauer und seine Mitarbeitenden dennoch ihr Ziel erreichen? Wie gingen sie mit den großen politischen und gesellschaftlichen Widerständen um, wie mit Gewaltandrohungen?
Diesen Fragen stellen wir uns am Beispiel des Computerspiels »The Darkest Files« (2025, Paintbucket Games). Dabei schlüpfen wir in die Rolle der jungen Staatsanwältin Esther Katz und versuchen, als Teil von Fritz Bauers Team reale NS-Verbrechen aufzuklären und die Täter vor Gericht zu bringen. 2025 gewann das Spiel den Deutschen Entwicklerpreis.
Wir spielen das Spiel live vor Ort über eine Leinwand gemeinsam mit dem Publikum. Games- und Geschichtsexpert:innen begleiten diese »Spielung« mit Kommentaren über die historischen Hintergründe, die Entstehung des Games und die politischen Perspektiven für unsere Gegenwart.
Die Zuschauenden dürfen beim Spielverlauf miträtseln und mitentscheiden. Anschließend diskutieren wir gemeinsam über NS-Kontinuitäten der jungen Bundesrepublik, die Ursprünge des heutigen Rechtsextremismus und das Vermittlungspotential von Games.