Über Informationstechnik (IT) und künstliche Intelligenz (KI) wird seit den ersten PCs in Schulen kontrovers diskutiert. Die einen möchten alle Schulen, Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte mit den jeweils aktuellen digitalen Endgeräten ausstatten: Unterrichten und Lernen im Takt und nach Vorgabe technischer Entwicklungen. Die anderen betrachten Smartphones, Web und App als Drogen und verweisen auf die zugrunde liegenden Geschäftsmodelle, die man (nicht nur in der Schule) regulieren, in Teilen (suchtfördernde Social Media Apps) sogar verbieten sollte.
Digitalisierung und digitale Transformation von Schule und Unterricht verändern sowohl das Lernen selbst wie das generelle Verständnis von Bildung. Schulen sind dabei nicht nur attraktive Absatzmärkte für Tech-Konzerne. Wichtiger noch ist die Option, die Erwartungshaltungen und Handlungsmuster junger Menschen zu prägen. Was muss man jungen Menschen vermitteln, damit sie Digitaltechniken beherrschen, ohne von ihr beherrscht zu werden? Mündig und reflektiert Handeln zu können ist ja Aufgabe von Schule und Ziel des Unterrichts.
Dr. Ralf Lankau ist Professor für Mediengestaltung und Medientheorie an der Hochschule Offenburg, Grafiker, Kunstpädagoge und Medienwissenschaftler. Er gehört zu den Initiatoren des „Bündnisses für humane Bildung“ und Kritikern des „Digitalpakts“ und der Transformation von Schule durch Tech- und Medienkonzerne. „Zum Denken lernen als Ziel von Lehre und Unterricht brauchen wir ein menschliches Gegenüber, den direkten Dialog.“