Russland drehte bereits im Zuge seines Überfalls auf die Ukraine weiten Teilen Europas den Gashahn zu. Nunmehr will die Europäische Union bis Ende dieses Jahres auch die letzten Importe einstellen. Sie werden überwiegend als Flüssiggas (LNG) über Atlantikhäfen Frankreichs und Belgiens ins EU-Pipeline-Netz gespeist. An die Stelle russischen Gases sind zusätzliches Pipelinegas aus Norwegen – vor allem aber LNG-Lieferungen aus den USA getreten. Unter Trump dürfte nun auch überzeugten Transatlantikern klar sein, dass LNG von Golfküste Texas und Louisianas ein neues Erpressungspotential darstellt. LNG-Investments in Staaten des Globalen Südens, etwa in Senegal, widersprechen aber ebenfalls Klima- und Entwicklungszielen.
Vor allem eine beschleunigte Wärmewende kann die Gas-Abhängigkeit reduzieren und zudem Treibhausgase einsparen. Allerdings ist beispielsweise der Wechsel von Gas-KWK auf Wärmepumpen vor allem in Ballungsräumen anspruchsvoll. Auch in der Chemie braucht es Zeit, um Erdgas als Grundstoff klimafreundlich zu ersetzen. Sitzen wir also geopolitisch in der Falle? Und wie kommen wir da raus? Das wollen wir diskutieren mit Constantin Zerger (Leiter Energie und Klimaschutz der DUH) und einem/einer Vertreter(in) der kommunalen Energiewirtschaft (angefragt).