Hegel gegen den Antisemitismus

Stadtspaziergang rund um die HU Berlin.

Der moderne Antisemitismus nahm seinen Aufstieg nach der Französischen Revolution von 1789. Die Antisemiten der ersten Stunde waren dabei oft Freiheitsbewegte wie Fichte (Rektor der Berliner Universität 1811-12) und andere Berliner Intellektuelle, oder die Burschenschaften. 1819 kam es schließlich zu den Hep-Hep-Krawallen, dem ersten deutschlandweiten Pogrom – auch hier in Berlin.

Gegen den antisemitischen Mob stellten sich nicht zuletzt Hegel und seine Schüler. Hegel lehrte von 1818 bis 1831 als weithin berühmter Philosoph an der Berliner Universität. Nicht nur in seiner Philosophie, sondern auch in seinen politischen Interventionen positionierte er sich klar gegen eine antisemitische, nationalistische Moderne. Berühmt ist der Satz aus seiner Rechtsphilosophie: „Der Mensch gilt so, weil er Mensch ist, nicht weil er Jude, Katholik, Protestant, Deutscher, Italiener usf. ist.“ Auf Burschenschaftsversammlungen sprach er sich deutlich gegen die dortigen reaktionären Tendenzen aus.

Zu seinen Schülern in Berlin gehörten Heinrich Heine, Eduard Gans und Friedrich Wilhelm Carové. Gans war Präsident der ersten jüdischen Selbstschutz- und Reform-Vereinigung, Carové trat für die Aufnahme von jüdischen Studenten in die Burschenschaften ein. Mit Eduard Gans und Karl August Varnhagen – Ehemann der Salonnière Rahel Varnhagen – gab Hegel die „Jahrbücher für wissenschaftliche Kritik“ heraus. Mit der Familie Mendelssohn war er eng befreundet.

Die Tour führt zu Orten Hegels rund um die HU Berlin, zu Orten von Hegels jüdischen Schülern und Freunden, und schließlich zu Orten, die an die Anfänge des modernen Antisemitismus und des Kampfes gegen diesen erinnern.

Treffpunkt: 15 Uhr am Zaun vor dem Hauptgebäude der Humboldt-Universität zu Berlin.

Guide: Emanuel Kapfinger

Die Teilnahme ist kostenfrei.

Emanuel Kapfinger ist Philosoph und politischer Autor. Er promoviert über Hegel und publiziert zur Faschismustheorie der Kritischen Theorie; kürzlich schrieb er den einführenden philosophisch-politischen Essay „Hegel und die Revolution“: praefaktisch.de/hegel/hegel-und-die-revolution. Mehr Informationen: www.emanuel-kapfinger.net.

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Event Detail

22. Mai 2026 15:00
22. Mai 2026 17:00
Unten den Linden 6, 10117 Berlin

Organizers

Rosa-Luxemburg-Stiftung
info@rosalux.org
Die Rosa-Luxemburg-Stiftung gehört zu den großen Trägern politischer Bildungsarbeit in der Bundesrepublik Deutschland. Sie versteht sich als ein Teil der geistigen Grundströmung des demokratischen Sozialismus.