Uran: Strategische Waffe und Rohstoff für Bomben und Strom

Am 26. April 1986 ereignete sich in Tschernobyl die bis dahin größte Reaktorkatastrophe. Doch erst nach der Kernschmelze in Fukushima 2011 wurde in Deutschland der Atomausstieg final beschlossen. Die Brennelementefabrik in Lingen und die Urananreicherungsanlage in Gronau zeigen aber: Vollendet ist der Atomausstieg noch nicht.

Wie fatal das ist, wird in Lingen deutlich: Die französische Betreiberin Framatome will dem russischen Staatskonzern Rosatom die Beteiligung an der Brennelementefabrik ermöglichen. Deutschland würde nicht nur die russische Kriegskasse füllen, das Unternehmen erhielte auch Einblick und Zugang zum europäischen Brennstoffmarkt. Rosatom ist als geopolitischer Arm Putins ohnehin bereits weltweit aktiv und versorgt auch die EU nach wie vor mit Uran und Brennelementen. Trotz dieser Abhängigkeit preist EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Atomkraft als heimische Energiequelle und will die EU zur Vorreiterin in der Produktion sogenannter Small Modular Reactors machen.

Gleichzeitig erneuern und erweitern die Atommächte ihre Atomwaffenarsenale, und es ist sogar mit weiteren Atomstaaten zu rechnen. Eine Welt ohne Atomnutzung rückt also in noch weitere Ferne. Stattdessen gewinnt Uran an geopolitischer Bedeutung.

Was ist der Stand um das Joint Venture von Rosatom und Framatome in Lingen? Welche Rolle spielt der russische Staatskonzern für die internationale Atomindustrie? Was bedeutet der Abbau von Uran, dem Rohstoff für Atomstrom und Waffen? Und kann Atomkraft unser Klima wirklich retten? Diese und weitere Fragen wollen wir mit unseren Gästen diskutieren.

Eine Veranstaltung mit:

  • Matthias Eickhoff, Sprecher Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
  • Alexander Vent, Bündnis Atomkraftgegner*innen im Emsland
  • Dr. Horst Hamm, Geschäftsführender Vorstand NFFF, Projektleiter Uranatlas
  • Mareike Hermeier, MdB DIE LINKE, Sprecherin für nukleare Sicherheit
  • Vladimir Slivyak, Mitgründer Ecodefense, 2021 mit Alternativem Nobelpreis ausgezeichnet
  • Mit einem Video-Beitrag von Attaher Amoumoun, Generalsekretär von ADD Tchitchiyat
  • Moderation: Franza Drechsel, Projektmanagerin für Westafrika der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Die Veranstaltung wird Deutsch-Englisch simultan gedolmetscht.

Eine gemeinsame Veranstaltung vom Bündnis Atomkraftgegner*innen im Emsland, dem Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, der Nuclear Free Future Foundation (NFFF) und der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

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Event Detail

26. April 2026 19:00
26. April 2026 20:30
Wilhelmstr. 42, 49808 Lingen

Organizers

Rosa-Luxemburg-Stiftung
info@rosalux.org
Die Rosa-Luxemburg-Stiftung gehört zu den großen Trägern politischer Bildungsarbeit in der Bundesrepublik Deutschland. Sie versteht sich als ein Teil der geistigen Grundströmung des demokratischen Sozialismus.