Matinee mit Dr. Gerald Munier
Im Mai 2025 jährte sich zum 150. Mal die Veröffentlichung von Karl Marx‘ „Kritik des Gothaer Programms“. Die Sensation darin war weniger die konfrontative Auseinandersetzung mit SPD-Gründer Ferdinand Lassalle, sondern vielmehr die Tatsache, dass Marx hier erstmals zusammenhängend seine konkreten Vorstellungen über eine sozialistisch-kommunistische Wirtschaftsordnung zu Papier brachte. Das war insofern erstaunlich, als Karl Marx und Friedrich Engels bislang immer utopische Modellvorstellungen des Sozialismus vehement abgelehnt hatten. Nun – knapp sieben Jahre vor seinem Tod – ging Marx plötzlich dezidiert auf die ökonomischen Grundzüge einer kollektiven Zukunftsgesellschaft ein.
Wir wollen uns nicht nur mit diesem historischen Ereignis beschäftigen. Gerald Munier wird in einem langen Bogen auch auf den Wandel der Sozialismusvorstellungen im Laufe der Zeit eingehen und auf die gescheiterten (real)sozialistischen Gesellschaftssysteme in der Sowjetunion, der DDR etc. zu sprechen kommen.
Aber auch seit dem Zusammenbruch des Realsozialismus ist die theoretische Debatte um sozialistische Wirtschaftspolitik und Demokratiemodelle nicht abgebrochen. Einige dieser Ansätze für eine Gesellschaftsordnung jenseits des Kapitalismus mit seinen destruktiven Tendenzen sollen ebenfalls dargestellt und diskutiert werden.
Dies soll in Form eines Impulsreferats geschehen, um genügend Raum für eine engagierte und vertiefende Diskussion zu lassen.
Dr. Gerald Munier war Redakteur der Fachzeitschrift „Alternative Kommunalpolitik“ und Lehrbeauftragter für Geschichtsdidaktik an der Universität Bielefeld.
Eine Veranstaltung vom Linken Forum Paderborn in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW