Das Ruhrgebiet war über zwei Jahrhunderte hinweg das industrielle Herz Deutschlands, erlebte jedoch ab den 1970er Jahren einen tiefgreifenden Strukturwandel. Während dieser Wandel in der Öffentlichkeit, in den Gewerkschaften und in der Wissenschaft intensiv diskutiert wurde, blieb der Blick auf die Konsequenzen für das Arbeits- und Sozialleben der Menschen häufig unterbelichtet.
Bis heute bleibt das Leben im Ruhrgebiet vielerorts geprägt von Armut, schlechten Wohnbedingungen, maroder Infrastruktur, Unterfinanzierung der Kommunen und eingeschränkten Bildungs- und Aufstiegschancen. Rechte Parteien instrumentalisieren die soziale Unsicherheit, in dem sie strukturelle und soziale Probleme als Folge von Migration darstellen und die gesellschaftliche Spaltung vorantreiben.
Vor diesem Hintergrund sollen auf der von der Föderation Demokratischer Arbeitervereine (DIDF), dem Institut für Soziale Bewegungen (ISB), der Rosa-Luxemburg-Stiftung sowie dem Interdisziplinären Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (InZentIM) organisierten Konferenz die Auswirkungen des Strukturwandels im Ruhrgebiet aus historischer und gegenwartsbezogener Perspektive beleuchtet werden.