Vor 80 Jahren, am 17. Mai 1946, wurde die DEFA, die Deutsche Film AG, in einem feierlichen Akt unter Teilnahme von Filmschaffenden aus ganz Deutschland gegründet. Ihre Geschichte wird meist über die Filme und deren Regisseure, Kameraleute, Autoren, Schauspieler gespiegelt. Was aber die DEFA war, wie sie zur Quelle wurde für den neuen deutschen Film, warum die ersten fünf Jahre als ihre glücklichste Zeit gelten, ist weitgehend unbekannt. (Die fördernde Rolle der SMAD-Kulturoffiziere sei hier ausgespart.) Die DEFA war nach deutschem Gesellschaftsrecht verfasst und unterstand formalrechtlich der Aufsicht der Deutschen Verwaltung für Volksbildung. Die SED, nahezu zeitgleich aus KPD und SPD vereinigt, am Anfang willkommener Ratgeber, wuchs vier Jahre später zum Befehlsgeber aus: Die Umformung der SED in eine „Partei neuen Typus“ hatte die Unterstellung der DEFA A.G. unter das SED-Votum zur Folge und die Vertreibung von sechs der wichtigsten Leute aus dem DEFA-Vorstand: zwei Vorstandsvorsitzende, drei Vorständler, eine Direktorin. Von ihnen soll an dem Abend anlässlich des 80. Geburtstags der DEFA die Rede sein.
Film-Einführung: DEFA: Wurzeln (Premiere: 21. Mai 1986)
Eine Kooperationsveranstaltung von Helle Panke mit der DEFA-Stiftung.