„Quellen des Lebens“ widmet sich der künstlerischen Ausdruckskraft jüdischer Frauen, deren Werke in Zeiten politischer Verfolgung, existenzieller Bedrohung und gesellschaftlicher Umbrüche entstanden.
Im Zentrum stehen wiederentdeckte Klavierwerke der niederländischen Komponistin Rosy Wertheim (1888–1948). Ihre Musik ist lyrisch, farbenreich und zugleich vielschichtig. Wertheim lebte in Amsterdam, Paris, Wien und New York und war eine der ersten niederländischen Komponistinnen mit internationalem Erfolg. Während der NS‑Besatzung versteckte sie sich selbst und half anderen zu überleben.
Diesen Kompositionen werden Gedichte dreier jüdischer Lyrikerinnen gegenübergestellt: Gertrud Kolmar, Selma Meerbaum‑Eisinger und Tamar Radzyner.
Kolmar und Meerbaum‑Eisinger wurden in der Schoa ermordet, Radzyner überlebte mehrere Konzentrationslager. Ihre Texte fassen die emotionale Tiefe und poetische Kraft, die auch in Wertheims Musik spürbar ist.
Darstellerin Sandra Kreisler und Pianistin Naoko Christ‑Kato spüren in diesem Programm der zarten und zugleich widerständigen Lebenskraft nach, die aus Kunst als Quelle, Ventil und Überlebensstrategie entsteht. Die Musik und die Texte eröffnen eindrucksvolle Einblicke in jüdisch‑weibliche Lebenswelten – damals wie heute.
Gemeinsam mit dem Bündnis für Demokratie und Toleranz, gegen Rechtsextremismus Suhl