Antisemitismus definieren. Buchvorstellung und Gespräch mit Tom Uhlig und Nikolas Lelle

Während die Diskussionen um Antisemitismusdefinitionen immer unzugänglicher werden, hat die Ideologie in ihrer öffentlichen Wahrnehmung nichts von ihrem Rätselcharakter verloren. Die Bestimmung und damit die Bekämpfung von Antisemitismus wird durch zahlreiche alltagspraktische wie akademische Mythen erschwert: Antisemitismus wird unter Rassismus subsumiert, zum Vorurteil gemacht, als Aspekt gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit gelesen oder zum Wahn erklärt. Obwohl diese Deutungsversuche etwas treffen, reduzieren sie Antisemitismus doch immer nur auf einen Teilaspekt.

In „Antisemitismus definieren“ machen der Sozialphilosoph Nikolas Lelle und der Sozialpsychologe Tom Uhlig diese Mythen produktiv. Sie fragen nach ihrer subjektiven und gesellschaftlichen Attraktivität und arbeiten ihren wahren Kern heraus, um einen Antisemitismusbegriff zu gewinnen, der dem Gegenstand gerecht wird.

Tom Uhlig hat Psychologie studiert und in den Erziehungswissenschaften bei Astrid Messerschmidt und Julia König promoviert. Er ist politischer Referent in Frankfurt und Mitherausgeber der Zeitschrift für psychoanalytische Sozialpsychologie „Freie Assoziation“. 2026 erscheint von ihm „Antisemitismuskritik im Handgemenge. Beiträge zur politischen Bildung“ im Neofelis-Verlag.

Nikolas Lelle arbeitet seit 2020 bei der Amadeu Antonio Stiftung und beschäftigt sich vornehmlich mit Antisemitismuskritik, Erinnerungskultur und Gesellschaftstheorie. Er hat in Frankfurt am Main und Mainz Philosophie und Soziologie studiert und an der HU Berlin promoviert. Zuletzt erschien von Lelle „Arbeit macht frei. Annäherungen an eine NS-Devise”. 2026 erscheint auch der mit Lisa Geffken gemeinsam herausgegebene Band „Warum man Israel nicht hassen muss, um zu den Guten zu gehören“.

Es moderiert Prof. Dr. Mirjam Wenzel, Direktorin des Jüdischen Museums Frankfurt.

Karten erhalten Sie unter: juedischesmuseum.de/tickets; ggf. sind Restkarten an der Museumskasse erhältlich. Eintritt 10 €, ermäßigt 5 €.

Alle Infos zum Buch gibts hier: https://www.verbrecherverlag.de/shop/antisemitismus-definieren/

Zum Event

Event Detail

30. April 2026 19:00
30. April 2026 20:30
Bertha-Pappenheim-Platz 1, 60311 Frankfurt am Main

Organizers

Amadeu Antonio Stiftung
info@amadeu-antonio-stiftung.de
Die Amadeu Antonio Stiftung setzt sich bundesweit für eine demokratische Zivilgesellschaft ein, die sich aktiv gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus wendet. Sie fördert Initiativen, die sich für eine vielfältige und solidarische Gesellschaft engagieren.