Einleitung von Gregor Kritidis und Dokumentarfilm „Strafdivision 999″ (Πειθαρχική Μεραρχία 999) von Kostas Stamatopoulos (OmU)
Ab 1943 wurden auch Männer zur Wehrmacht eingezogen, die als „wehrunwürdig“ galten. Dazu gehörten alle diejenigen, die zu einer Haftstrafe verurteilt worden waren, darunter Zeugen Jehovas, Ärzte, die Abtreibungen vorgenommen hatten, und politische Widerständler aus den Reihen der Arbeiterbewegung. Aus diesen „Kriminellen“ wurde die Strafdivision 999 gebildet, die unter anderem in Griechenland eingesetzt wurde. Dort gelang es vielen 999ern, zu den griechischen Partisanen überzulaufen. Sie gründeten das Antifaschistische Komitee deutscher Soldaten Freies Deutschland und kämpften gemeinsam mit der Nationalen Befreiungsfront EAM gegen die deutsche Besatzung.
Der Regisseur Kostas Stamatopoulos hat die weitgehend vergessene Geschichte der Überläufer aus der Wehrmacht rekonstruiert.
In seiner Dokumentation kommen Partisanen der EAM und Nachkommen der Deserteure an Originalschauplätzen zu Wort. Kostas Stamatopoulos ist Regisseur und Produzent, lebt in Athen.
Gregor Kritidis ist Historiker und arbeitet in Hannover für die Naturfreunde Niedersachsen.