Genozid, Leugnung und Erinnerung: Von 1915 bis 1937/38

„Erinnern bedeutet nicht nur, sich an die Vergangenheit zu erinnern – es ist Voraussetzung für Gerechtigkeit und sozialen Frieden.“

Diese Konferenz widmet sich den massiven Gewaltpolitiken, die sich vom späten Osmanischen Reich bis in die frühen Jahre der Republik Türkei erstrecken. Im Mittelpunkt steht die historische Kontinuität zwischen dem Armenischen Genozid von 1915 und der „Dersim-Tertele“ von 1937/38. Ziel der Veranstaltung ist es, diese Ereignisse aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven zu beleuchten und die Zusammenhänge von Genozid, Leugnung, Trauma und Erinnerung zu diskutieren.

In der ersten Sitzung sprechen Dr. Raffi Kantian und Yılmaz Kahraman zum Thema „Staatliche Politiken vom Genozid an den Armeniern bis zur ‚Tertele‘ von Dersim“. Sie analysieren die ethno-religiösen Grundlagen der im frühen 20. Jahrhundert entstandenen Nationalstaatsideologie sowie deren Politik der Vernichtung, Assimilation und Enteignung gegenüber verschiedenen Bevölkerungsgruppen.

Anschließend beleuchtet Prof. Dr. Hatice Çoban Kenes in ihrem Vortrag „Kontinuitäten von Leugnung und Ausgrenzung im Kontext von Genozid / ‚Tertele‘: Neuer Rassismus“, wie Mechanismen der Leugnung, Ausgrenzung und Stigmatisierung bis heute fortwirken und gesellschaftliche Diskurse prägen.

Rechtsanwältin Rojda Arslan wird in ihrem Beitrag „Die rechtlichen Dimensionen der ‚Tertele‘ von Dersim und die Frage der Straflosigkeit“ die Ereignisse von 1937–1938 aus der Perspektive des internationalen Rechts analysieren und die Frage der juristischen Aufarbeitung historischer Verbrechen thematisieren.

Die gesellschaftlichen und psychologischen Folgen von Genozid werden von Dr. Ali Kemal Gün im Vortrag „Transgenerationale Weitergabe von Traumata und die Kultur des Erinners“ behandelt. Dabei wird aufgezeigt, wie traumatische Erfahrungen über Generationen hinweg weitergegeben werden und kollektive Erinnerung prägen.

Die Konferenz wird moderiert von Dr. Aras Ergünes und musikalisches begleitet von Nuri Gazibeyoğlu.

  • Veranstaltungssprache: Deutsch / Türkisch mit Simultanübersetzung
  • Eintritt: 10 Euro

Eine Veranstaltung von: TÜDAY – Menschenrechtsverein Türkei/ Deutschland e.V. und Dersim Gemeinde Köln e.V., unterstützt von BDAJ NRW, KulturForum TürkeiEuropa, Stimmen der Solidarität Mahnwache Köln e.V., Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW

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Event Detail

3. Mai 2026 14:00
3. Mai 2026 18:00
Melchiorstraße 3, 50670 Köln

Organizers

Rosa-Luxemburg-Stiftung
info@rosalux.org
Die Rosa-Luxemburg-Stiftung gehört zu den großen Trägern politischer Bildungsarbeit in der Bundesrepublik Deutschland. Sie versteht sich als ein Teil der geistigen Grundströmung des demokratischen Sozialismus.