Der Libanon ist inzwischen eine zentrale Front des sich ausweitenden regionalen Konflikts zwischen Israel, den USA, dem Iran und deren jeweiligen Verbündeten. Das Land befindet sich in einer strategischen Zwickmühle. Auf der einen Seite steht Israel, unterstützt von den USA, dessen Regierung zunehmend aggressiv auftritt und offen von territorialen Ansprüchen spricht. Auf der anderen Seite steht die vom Iran geführte „Achse des Widerstands“, bestehend aus der Hisbollah im Libanon, der Hamas, der Huthi-Bewegung und weiteren bewaffneten Gruppen.
Der Konflikt hat schwerwiegende Folgen für die libanesische Zivilbevölkerung und den Staat: Seit den letzten Auseinandersetzungen zwischen der pro-iranischen Hisbollah-Miliz und der israelischen Armee Anfang März 2026 gibt es über 2.100 Tote und nahezu 7.000 Verletzte, mehr als 1,3 Millionen Menschen wurden vertrieben und zivile Infrastruktur massiv zerstört.
Seit dem 16. April gibt es einen Grund zum vorsichtigen Optimismus: Zum ersten Mal seit 1993 soll es direkte Verhandlungen zwischen der libanesischen und der israelischen Regierung geben, um die Kämpfe zu beenden und einen dauerhaften Frieden zwischen den Nachbarländern zu erzielen.
Welche Aussichten haben diese Verhandlungen? Wie kann die libanesische Regierung agieren? Wie wird die pro-iranische Miliz reagieren? Was sind die sozialen Konsequenzen aus dem Krieg und wie sieht die humanitäre Lage im Libanon aktuell aus?