Geschlecht zeigt sich als komplexer, mehrdimensionaler Raum, den die biomedizinische Forschung lange vereinfacht und hierarchisiert hat. Das nicht‑pathologische Modell geschlechtlicher Vielfalt macht sichtbar, wie medizinische binäre Kategorien patriarchale und cisnormative Machtverhältnisse stützen. Dabei rückt in den Fokus, wie biologische, psychologische und soziale Faktoren zusammenwirken und welche Folgen dies für Diagnostik, Versorgung und Teilhabe hat. Der Vortrag lädt dazu ein, medizinisches Wissen machtkritisch zu nutzen und Versorgung so zu gestalten, dass sie Menschen stärkt statt reguliert.
Vortrag und Diskussion mit Cornelia Kost. Cornelia Kost ist Vorstandsmitglied im VLSP* und der dgti sowie Mitglied von EPATH, DGfS und der S3‑Leitlinienkommission. Als Psychologin und Fachautorin verbindet sie klinische, sozialwissenschaftliche und menschenrechtliche Perspektiven und zeigt, wie der aktuelle Forschungsstand die multidimensionale Realität geschlechtlicher Vielfalt beschreibt.