Wie tragen wahrgenommene politische, wirtschaftliche und soziale Ungleichgewichte zu einer wachsenden Distanz gegenüber demokratischen Institutionen und gesellschaftlichen Eliten in Ostdeutschland bei? In öffentlichen Debatten wird dabei zunehmend die These vertreten, dass viele Ostdeutsche trotz formaler Gleichberechtigung nur begrenzte reale Teilhabechancen sehen und sich in zentralen Entscheidungs- und Führungspositionen kaum wiederfinden.
Der Vortrag beleuchtet vor diesem Hintergrund die Entwicklung und das Ausmaß ostdeutscher Unterrepräsentation in Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Medien und Wirtschaft seit 1990 sowie zentrale Ursachen dieser Situation. Zugleich wird diskutiert, wie diese Erfahrungen und Wahrnehmungen in elitenkritischen Diskursen aufgegriffen, zugespitzt und politisch genutzt werden. Abschließend geht es um die gesellschaftlichen Folgen dieser Dynamiken, insbesondere im Hinblick auf Vertrauen in demokratische Verfahren, politische Beteiligung und Polarisierung. Die Veranstaltung bietet Raum für Einordnung, kritische Reflexion und einen differenzierten Austausch über Perspektiven für mehr Repräsentation und gesellschaftlichen Zusammenhalt.