Was bedeutet Zuhören, wenn junge Menschen Geschichte nicht nur lernen, sondern ihr in konkreten Begegnungen gegenüberstehen?
Der Dokumentarfilm Echoes Across the Atlantic begleitet 12 Remembrance-Aktivist*innen der Berliner AG „Erinnern“. Sie sind zwischen 18 und 26 Jahre alt, viele bringen eigene Migrationsgeschichten und Erfahrungen mit Rassismus mit. Auf ihrer Reise nach New Orleans begegnen sie Nachfahr*innen versklavter Menschen – auf Plantagen und an Gedenkstätten. Sie hören zu, lassen sich irritieren und setzen sich damit auseinander, wie eng deutsche Kolonialgeschichte, europäischer Sklavenhandel und US-amerikanische Gewaltkontinuitäten miteinander verwoben sind.
Der Film ist kein klassischer Reisebericht, sondern zeigt einen Prozess der Auseinandersetzung: Momente des Schweigens vor historischen Orten, Begegnungen mit Nachfahr*innen und Aktivist*innen sowie Reflexionen über Würde, Unsichtbarkeit und Zugehörigkeit.
Wie entsteht historische Verantwortung durch Zuhören und Begegnung? Welche Rolle spielen Gedenkorte und Narrative dabei, marginalisierte Perspektiven ins Zentrum zu rücken? Und welche Schritte sind notwendig, um daraus konkrete Formen von Anerkennung, Ausgleich und Veränderung abzuleiten?
Diese und weitere Fragen wollen wir diskutieren mit:
- Dr. Joy Banner, Co-Founder, The Descendants Project, USA
- Dr. Karlos Hill, Black-History-Professor, Universität Oklahoma, USA
- Bernard Ntahondi, Historiker und Kurator, Tansania
- Teilnehmende der AG „Erinnern“
Moderation: Josephine Apraku, Afrikawissenschaftlerin, Autorin