Es war immer möglich und doch für viele undenkbar. 75 Jahre nach Gründung der Bundesrepublik ist das höchste Amt noch immer unbesetzt von einer Frau. Mit den Bundespräsidentenwahlen 2027 stellt sich die Frage neu: Was muss eine Gesellschaft sich erst vorstellen können, bevor sie es politisch verwirklichen kann?
Transit 64 von Heinz Bude, Bettina Munk und Karin Wieland setzt genau hier an. Ausgangspunkt ist ein historischer Augenblick: Januar 1964, Ostberlin. Marlene Dietrich landet auf dem Flughafen, auf der Durchreise nach Warschau. Mit Deutschland hat sie gebrochen. Doch Willy Brandt und sein Sprecher Egon Bahr warten auf sie – mit einer Bitte, die das Land hätte verändern können: Sie soll kandidieren. Bundespräsidentin, gegen den Alt-Nazi Heinrich Lübke.
Aus Fakten, Fiktion und Bildern entwickeln BudeMunkWieland eine Geschichte über Freiheit, Exil, Widerstand und Anpassung – und eine Einladung zur politischen Imagination: Was wäre möglich gewesen? Was ist heute möglich? Und wer entscheidet, was wir uns überhaupt vorstellen dürfen?