Von Verfolgung, fremdenpolizeilicher Überwachung und Abschiebung bedroht, schrieb der Exilant Bertolt Brecht 1940 in Finnland den Dialogroman „Flüchtlingsgespräche“. Im Bahnhofsrestaurant von Helsinki erörtern Ziffel und Kalle ihre Lage; sie fliehen „von einem Land in das andere“, auf der Suche nach einem Land „wo man mit mittleren Tugenden und einigen bescheidenen Lastern halbwegs leben kann“, so Brecht in einer autobiografischen Notiz von 1940. Kalles Erfahrung „Der Pass ist der edelste Teil von einem Menschen“ teilen auch Schutzsuchende von heute.
Helmut Bohl rezitiert ausgewählte Passagen der Gespräche. Dr. Carsten Jakobi, Dozent für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Mainz, zeigt zeitgeschichtliche und literaturwissenschaftlichen Zusammenhänge auf.
Eintritt frei, Spende erbeten.
Veranstaltung des Rosa-Luxemburg-Club Wiesbaden in Kooperation mit der Caliban Literaturwerkstatt