Mit Maria Ulrich (Recherchegruppe / Gruppe gegen Antiromaismus Dresden) und Jörg Eichler (Sächsischer Flüchtlingsrat e.V.)
Die aktuellen Diskussionen um Migration nach Deutschland verweisen auf eine ganz klare Abwehr. Das entspricht jedoch nicht einem Verständnis von Menschenrechten und Demokratie, in welchem erst einmal alle Menschen gleich sind und niemand diskriminiert werden sollte.
Aufgrund der Grundlage langjähriger Recherchearbeit informiert die Recherchegruppe Doku+ zum Konzept der »sicheren Herkunftsstaaten« am Beispiel von Serbien. Die Gruppe hat über viele Jahre die Ausgrenzung durch Abschiebung von Rom*nja dokumentiert. Der Vortrag basiert auf Statements von Betroffenen in kurzen Clips und Fotos. Die Recherchen zeichnen ein signifikantes Bild: Nur wenige der abgeschobenen Rom*nja heute sind an einem Ort »angekommen«. Für die meisten bleibt Migration unfreiwilliger Teil ihres Lebens. Vor allem alleinstehende Frauen und Kinder haben wenig Chancen, sich ein selbstbestimmtes Leben aufzubauen. Wenn zudem Papierlosigkeit und Illegalisierung aus den Abschiebungen entstehen, ist es ohne Unterstützung nicht möglich, diese Rechtlosigkeit wieder zu verlassen. Die Verweigerung von Chancen und Integrationsmöglichkeiten an Menschen aus »sicheren Herkunftsstaaten« in Deutschland ignoriert zudem die Verfolgungsgeschichte der Rom*nja vor allem während des Nationalsozialismus komplett.
Das Buch „Abgeschoben. Ausgrenzung und Perspektiven von Rom*nja. Deutschland — Serbien — EU“ ist das Ergebnis von vielen Jahren unabhängiger Recherchen, vor allem aber intensiven Kontakts mit den von der Abschiebung unmittelbar betroffenen Rom*nja.
Maria Ulrich ist Teil des Rechercheteams, das sich mit den Langzeitfolgen der Abschiebungen von https://dokuplus.org/ beschäftigt hat. Jörg Eichler unterstützte die Recherche in Serbien und arbeitet für den Sächsischen Flüchtlingsrat.
Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes. Sie findet in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Gesellschaftsanalyse und politische Bildung e.V. statt