„Tschornobyl ist überall“ Finnissage der Ausstellung mit Gästen

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Am 26. April 1986 erschütterte der Reaktorunfall von Tschornobyl* die Welt. Das Ausmaß der menschlichen und ökologischen Katastrophe prägte das Bewusstsein der deutschen Gesellschaft für die globalen Risiken der Atomkraft. Der Slogan „Tschernobyl ist überall“ wurde zum Symbol für die grenzenlose Gefahr, die von Kernenergie ausgeht. Zum 40. Jahrestag hat die Frage der nuklearen Sicherheit durch russische Angriffe auf ukrainische Atomkraftwerke und deren militärische Besetzung eine neue und dramatische Aktualität gewonnen.

Die Ausstellung „Tschornobyl ist überall“ spannt einen Bogen zwischen den damaligen Reaktionen der westdeutschen Gesellschaft auf die Reaktorkatastrophe und der neuen Aktualität der nuklearen Gefahr in der Ukraine.

In der Finissage am 21. Mai diskutieren Expert*innen anhand einzelner Exponate der Ausstellung über die Folgen von Tschornobyl für die Umweltbewegungen in der BRD und DDR und über die Erinnerung an die Katastrophe in der heutigen Ukraine.

Was erzählen die Fotos, Flyer und Pamphlete aus dem Archiv Grünes Gedächtnis über den Aufklärungsbedarf und die politische Mobilisierung in der BRD nach Tschornobyl?

Welche Bedeutung hatte Tschornobyl für die Oppositionsbewegung in der DDR?

Welchen Platz nimmt die Plakatkunst des Charkiwer Designerkollektivs „4th block“ in der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Trauma von Tschornobyl ein und wie adressieren die Künstler*innen die neue Aktualität der nuklearen Gefahr im Krieg?

u.a. mit:

  • Stephan Milder, Historiker, Rachel Carson Center for Environment and Society / Universität der Bundeswehr München
  • Christian Halbrock, Historiker, ehemalige Umweltaktivist und Mitbegründer der Umweltbibliothek in der DDR

Moderation: Clara Fryszacka

Das Finnissage findet auf Deutsch und Englisch mit Simultanübersetzung statt.

Diese Veranstaltung ist Teil des Europäischen Geschichtsforum 2026.

* „Tschornobyl“ ist der Name der ukrainischen Stadt, in deren Nähe ab den 1970er Jahren ein großes Kernkraftwerk mit vier Reaktoren errichtet wurde. Während der Sowjetzeit wurden Berichte über die Kernenergie und diesen Ort jedoch überwiegend auf Russisch verfasst, wodurch sich die russische Transkription des Ortsnamens, „Tschernobyl“, auch im Deutschen etablierte.

» Teilnahme vor Ortim Konferenzzentrum der Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin

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Event Detail

21. Mai 2026 19:30
21. Mai 2026 20:30
Digitalevent

Organizers

Heinrich-Böll-Stiftung
info@boell.de
Die Heinrich-Böll-Stiftung organisiert Veranstaltungen zu Politik, Demokratie, Umwelt, Europa und internationaler Zusammenarbeit.