Planetare Politik im Zeitalter des Klimawandels

Der Klimawandel ist nicht nur eine ökologische Krise – er verändert auch, wie wir Geschichte, Politik und Gesellschaft verstehen. Der Historiker und postkoloniale Theoretiker Dipesh Chakrabarty beschreibt den Menschen angesichts seines tiefgreifenden Einflusses auf das Erdsystem als geologische Kraft. Diese Perspektive auf das „Planetare“ stellt klassische politische Kategorien und Vorstellungen von Fortschritt infrage.

Wie verändert die Klimakrise unser Verständnis von Politik, Demokratie und Verantwortung? Reichen nationale Interessen und klassische Vorstellungen von Wachstum und Umverteilung noch aus, um auf die planetaren Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu reagieren? Und welche neuen Formen des politischen Denkens entstehen im Anthropozän?

Mit Dipesh Chakrabarty diskutieren die Philosophin Eva von Redecker und die Bundestagsabgeordnete Violetta Bock über die politischen, sozialen und ethischen Konsequenzen der ökologischen Krise.

Im Mittelpunkt stehen Fragen wie:

  • Was bedeutet „planetare Politik“ nach Chakrabarty?
  • Wie hängen Klimawandel, globale Ungleichheit, patriarchale Strukturen und kapitalistische Produktionsweisen zusammen?
  • Welche Rolle spielen Demokratie, soziale Bewegungen und internationale Solidarität?
  • Wie kann eine gerechte ökologische Transformation gelingen?

Die Veranstaltung bringt Perspektiven aus politischer Theorie, Philosophie und parlamentarischer Praxis zusammen und lädt zur gemeinsamen Diskussion über neue politische Horizonte im Zeitalter des Klimawandels ein.

Es diskutieren:

  • Dipesh Chakrabarty, Historiker
  • Eva von Redecker, Philosophin und Autorin
  • Violetta Bock, MdB Die Linke
  • Moderation: Britta Petersen, Rosa-Luxemburg-Stiftung Neu-Delhi

Die Veranstaltung findet auf Englisch mit deutscher Simultanübersetzung statt und wir auch per Livestream übertragen.

Für die Teilnahme vor Ort ist eine Anmeldung (s.o.) erforderlich.

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Kurzbiografien:

Dipesh Chakrabarty ist Lawrence A. Kimpton Distinguished Service Professor für Geschichte und Südasiatische Sprachen und Zivilisationen an der University of Chicago sowie Gründungsmitglied des Subaltern Studies Collective. Seine Arbeit verbindet postkoloniale Theorie mit einer planetaren Perspektive auf Geschichte, Klimakrise und Moderne. Chakrabarty untersucht, wie Kolonialismus, Kapitalismus und ökologische Prozesse die globale Gegenwart geprägt haben, und stellt eurozentrische Fortschrittserzählungen infrage. Für seine wissenschaftlichen Leistungen wurde er unter anderem mit dem Toynbee Prize ausgezeichnet und erhielt mehrere Ehrendoktorwürden. Zu seinen wichtigsten Büchern zählen Europa als Provinz (2010), Das Klima der Geschichte im planetaren Zeitalter (2022) und Ein Planet, viele Welten. Die Klima-Parallaxe (2025).

Eva von Redecker ist Philosophin und freie Autorin. In ihrer Arbeit verbindet sie Kritische Theorie, Feminismus und politische Philosophie mit Analysen gegenwärtiger Krisen und autoritärer Entwicklungen. Sie schreibt unter anderem für DIE ZEIT, The Guardian und das Philosophie Magazin und ist regelmäßig in öffentlichen Debatten präsent. Im Zentrum ihrer Arbeiten stehen Fragen von Eigentum, Freiheit, Sorge und ökologischer Transformation. Zu ihren bekanntesten Veröffentlichungen zählen Revolution für das Leben (2020), Bleibefreiheit (2023) und Dieser Drang nach Härte (2025).

Violetta Bock ist Politikerin der Partei Die Linke und seit 2025 Abgeordnete im Deutschen Bundestag. Sie ist Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit und befasst sich in ihrer politischen Arbeit insbesondere mit den Themenfeldern soziale Gerechtigkeit, Klima-, Wohnungs- und Stadtentwicklungspolitik. Sie setzt sich für eine sozial gerechte ökologische Transformation sowie den Ausbau öffentlicher Infrastruktur und Daseinsvorsorge ein.

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Event Detail

1. Juli 2026 18:30
1. Juli 2026 20:30
Digitalevent

Organizers

Rosa-Luxemburg-Stiftung
info@rosalux.org
Die Rosa-Luxemburg-Stiftung gehört zu den großen Trägern politischer Bildungsarbeit in der Bundesrepublik Deutschland. Sie versteht sich als ein Teil der geistigen Grundströmung des demokratischen Sozialismus.