Unsere Sommerschule unter dem Titel “inspirierter Widerstand” findet Anfang Juni beim Moorbauern bei Malchin statt. Gemeinsam mit rund 15-20 Teilnehmenden wollen wir uns politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen stellen, voneinander lernen, uns gegenseitig stärken und konkrete Handlungsperspektiven entwickeln. Das Programm gestalten wir selbst. Dazu laden wir auch Menschen aus Wissenschaft, Aktivismus und Kunst ein, uns von ihrer Heransgehensweise und Motivation zu berichten. Im Zentrum stehen Fragen nach Widerstand, Utopien und gesellschaftlicher Verantwortung. Denn in dieser Welt wachsen wir auf, mit dem Wissen um multiple, globale Krisen, aus denen es nach wie vor keinen Ausweg zu geben scheint. Hinzu kommen große politische und gesellschaftliche Herausforderungen hier bei uns. Doch wie begegnen wir in uns aufsteigenden Ohnmachtsgefühlen? Was können wir tun, um nicht zu resignieren oder den Rückzug ins Private anzutreten? Wie können wir uns wirksam engagieren, ohne uns selbst zu verlieren?
In unserer einwöchigen Sommerschule wollen wir gemeinsam erkunden:
- Wofür wollen wir Widerstand leisten und wie kann dieser effektiv etwas bewirken?
- Für welche Überzeugungen, Utopien und Ziele wollen wir leben, streiten und wirken?
- Auf welche Weisen lässt sich ein vielleicht radikal konsequentes Leben führen?
- Welche Kräfte und Risiken können Formen der Gemeinschaft dafür entfalten?
Mittels Diskussionen, Vorträgen, praktischen Übungen und künstlerischer Reflektion wollen wir uns mit verschiedenen Ideen des Aktivismus, der Resilienz und der Zukunftsgestaltung auseinandersetzen. Zum Abschluss der Woche öffnen wir den Moorbauern für eine öffentliche Veranstaltung, um unsere Impulse und Gespräche in die Region hineinzutragen.
Die Themen, mit denen wir uns während der Sommerschule beschäftigen möchten, sind vielfältig und verbinden theoretische Auseinandersetzung mit praktischem Austausch:
Am Anfang der Woche wollen wir uns Fragen von Nachhaltigkeit und sozial-ökologischer Transformation stellen. Gemeinsam mit einer Umweltwissenschaftlerin vom UFZ Leipzig möchten wir uns mit aktueller Nachhaltigkeits- und Umweltforschung auseinandersetzen und diskutieren, welche gesellschaftlichen Veränderungen auf dem Weg zu einer nachhaltigen Welt notwendig sind.
Darüber hinaus beschäftigen wir uns mit Migration, globalen Ungleichheiten und den Funktionen von Migration im Kapitalismus. Im Workshop „Festung Europa – Utopie einer Welt ohne Grenzen“ wollen wir gemeinsam analysieren, wie gegenwärtige Grenzregime wirken und darüber hinaus Perspektiven einer solidarischen Welt ohne Grenzen entwickeln.
Mit Clara Tempel planen wir außerdem eine Lesung und einen gemeinsamen Austausch zu ihrem Buch „Politische Geborgenheit“. Dabei soll insbesondere die Frage nach langfristigem, solidarischem Aktivismus und nachhaltigen politischen Strukturen im Mittelpunkt stehen.
Weitere Workshops widmen sich radikalen Demokratietheorien sowie Commons-Konzepten und beschäftigen sich mit Möglichkeiten kollektiver Organisierung und gemeinschaftlicher Ressourcennutzung. Ergänzend möchten wir uns mit Lyrik und widerständiger Poesie auseinandersetzen und kreative Ausdrucksformen politischen Widerstands erkunden.
Neben den inhaltlichen Workshops ist auch eine Exkursion zum Projekt „Granzow zwei“ in Mecklenburg-Vorpommern geplant, um Einblicke in praktische Ansätze gemeinschaftlichen und solidarischen Lebens vor Ort zu erhalten.
Zum Abschluss der Sommerschule möchten wir den Veranstaltungsort für Menschen aus der Region öffnen. Im Rahmen einer „Küche für alle“ sollen verschiedene Impulse und Erfahrungen der Woche zusammengetragen, geteilt und mit Interessierten vor Ort diskutiert werden.