Völkerrecht und Völkerstrafrecht haben derzeit einen schweren Stand. Ungenierte Machtpolitik und militärische Gewalt, die heute diesem, morgen jenem Ziel zu gehorchen scheint, bestimmen das völkerrechtliche Bild und machen es unkenntlich. Im Rechtlich-Trüben verschwinden die Grenzen des Zulässigen. Jahrzehnte der Rechtsentwicklung gehören der Vergangenheit an, so der Eindruck, der große Befürchtungen auslöst. Doch das Völkerrecht ist nicht sinn- und wehrlos. Und das Völkerstrafrecht ist eine zivilisatorische Errungenschaft, die in der Welt ist. Ohne den Maßstab, den uns beide liefern, wüssten wir nicht, wann das bei uns geprägte Verständnis von Recht und Moral bedroht ist, wann wir es mit einem Völkerrechtsverstoß oder gar ein Völkerrechtsverbrechen zu tun haben.
Wie hat sich ein Unrechtsbewusstsein in Bezug auf die erfassten Verbrechen herausgebildet, und auf welche Weise können die für solche Taten Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden? Diese und andere Fragen werden im Rahmen der Buchpräsentation näher beleuchtet.