The Day Apartheid Died

Am 16. Juni 1976 ging eine Aufnahme des Fotographen Sam Nzima rund um die Welt. Es zeigt, wie der von Apartheid-Polizisten erschossene 12-jährige Hector Pieterson von einem älteren Mitschüler, Mbuyisa Makhubo, weggetragen wurde.

Am Morgen des Tages waren die Proteste gegen die Einführung des von den weißen Unterdrückern vornehmlich genutzten Afrikaans als Unterrichtssprache zuungunsten der einheimischen Sprachen an den Schulen des Townships eskaliert. Tausende junge Menschen waren zu einem Demonstrationszug aufgebrochen. Bei einem Zusammentreffen mit dem Großaufgebot der Polizei kam es zu brutalen Szenen, schließlich schoss man wahllos in die Menge und tötete dabei 176 Personen, verwundete Hunderte zum Teil schwer. Dies war der Auftakt von wochenlagen Unruhen und Streiks, die sich auf ganz Südafrika ausdehnten. Als das Blutvergießen Ende 1976 bilanziert wurde, schätze man die Anzahl der Getöteten auf über 700.

Im Rückblick wird in diesen Ereignissen der Beginn des Niedergangs des Apartheid-Regimes in Südafrika gesehen. International führte diese Entwicklung zu einer Verurteilung des Regimes durch die UNO, zu einem Warenboykott sowie zur Verstärkung der weltweiten Solidarität mit dem Ant-Apartheid-Kampf vor allem des ANC. Nach dem Ende des Apartheidregimes und der Wahl von Nelson Mandela im April 1994 wurde der 16. Juni zum nationalen Feiertag, dem Tag der Jugend, erklärt.

In der Veranstaltung wollen wir die Ereignisse von 1976 und deren Wirkung mit unseren Gästen diskutieren. Wie wirken diese Ereignisse der südafrikanischen Geschichte in der heuten südafrikanischen Gesellschaft nach? Welchen Einfluss hatte der Soweto-Aufstand auf die nachfolgenden Jahre des Befreiungskampfes? Welchen Sinn macht die Rückschau heute? Südafrika steht weiterhin vor großen Problemen. Trotz Bildung einer Koalitionsregierung verlangen die sehr hohe Arbeitslosigkeit, vor allem unter der Jugend, die Energiefrage, die Wasserkrise, die Herausforderungen des Klimawandels oder die Landfrage weiterhin nach einer Lösung. Auch die wachsende Xenophobie ist eine Herausforderung für die Gesellschaft. Welche Zukunft sehen jüngere Menschen in der Gegenwart?

Mit einer Videoinstallation von …thabo thindi.

Gäste:

  • Anja Schade ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Hildesheim und Expertin zu Fragen der Solidaritätsbeziehungen zwischen der DDR und der Anti-Apartheidsbewegung. Sie ist Mitherausgeberin der Publikation Apartheid No! Facetten von Solidarität in der DDR und BRD.
  • …thabo thindi ist ein südafrikanischer Filmemacher, Schauspieler und Performancekünstler sowie Produzent der Interview-Videoserie „Exile faces“, die unter anderem im Haus der Kulturen der Welt, in der Werkstatt der Kulturen und in der südafrikanischen Botschaft gezeigt wurde. Exile Faces dokumentiert die Lebensgeschichten von Südafrikaner*innen, die während des Apartheidregimes ins Exil nach Deutschland gingen und weiterhin hier leben. …thabo thindi lebt in Berlin.
  • Moderation: Gerd-Rüdiger Stephan, Auslandsbüroleiter der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Johannesburg, Südafrika.

Imbiss im Anschluss.

Der Eintritt ist frei. Einlass: 17:00 Uhr

Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit dem Mayibuye Kollektiv.

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Event Detail

16. Juni 2026 18:00
16. Juni 2026 20:00
Straße der Pariser Kommune 8A, 10243 Berlin

Organizers

Rosa-Luxemburg-Stiftung
info@rosalux.org
Die Rosa-Luxemburg-Stiftung gehört zu den großen Trägern politischer Bildungsarbeit in der Bundesrepublik Deutschland. Sie versteht sich als ein Teil der geistigen Grundströmung des demokratischen Sozialismus.