Widerständige Frauen im Nationalsozialismus und umkämpfte Erinnerung im öffentlichen Raum

Rosa ist Auszubildende und unternimmt gern Ausflüge mit ihrer politischen Jugendgruppe. Sie wird Gruppenleiterin in Berlin-Lichtenberg und tritt einer Partei bei. Als Frau ohne deutschen Pass engagiert sie sich gegen eine zunehmend rechtsgerichtete Politik. Mit 24 Jahren ist sie schwanger und wird inhaftiert, weil ihre politischen Aktivitäten jetzt illegal sind.

Nach einigen Monaten im Gefängnis kommt sie frei und ist weiter politisch aktiv. Später entschließt sie sich das Land zu verlassen und schickt ihren kleinen Sohn alleine nach Großbritannien, damit er sicher ist. Rosa Kahn überlebt den Krieg und stirbt 1999 in Köpenick.

Etwa ein Drittel der Widerständigen gegen das nationalsozialistische Regime waren Frauen. Sie sind wenig bekannt, und die meisten werden bislang nicht öffentlich gewürdigt. Frauen sind im Verhältnis zu Männern in der Erinnerungskultur klar unterrepräsentiert. Stattdessen gibt es in Berlin viele problematische Straßennamen.

An wen wollen wir erinnern? Was können wir aus dem Widerstand von damals für heute lernen? Und wie können lokale Ereignisse Ausgangspunkte für historisch-politisches Lernen und politisches Engagement werden?

Ziel der Fortbildung ist es, diese Fragen an Beispielen aus Berlin-Lichtenberg in den Blick zu nehmen. Vorgestellt werden Bildungsmaterialien, die Biografien widerständiger Frauen mit Fragen von Erinnerungskultur und Debatten um Straßennamen verbinden.

Die Fortbildung richtet sich an Lehrkräfte und Multiplikator:innen der außerschulischen historisch-politischen Bildung. Die vorgestellten Materialien wurden konzipiert für die Arbeit mit Jugendlichen ab 15 Jahren (Sek II) und mit Erwachsenen. Ein Grundwissen über den Nationalsozialismus sollte bei den Lernenden vorhanden sein.

Nach dem Kennenlernen der Materialien wird der Transfer in den eigenen pädagogischen Kontext besprochen. Im Rahmenlehrplan passt die Fortbildung etwa zu den Themen „Demokratie und Diktatur“, „Widerstand gegen den NS“, „Erinnerungskultur“ sowie „Gleichstellung der Geschlechter“.

Die Bildungsmaterialen „An wen wollen wir erinnern? Widerständige Frauen gegen den Nationalsozialismus in Lichtenberg und umkämpfte Erinnerung im öffentlichen Raum“ sind eine Veröffentlichung des Runden Tisches für Politische Bildung Lichtenberg, angesiedelt bei der Fach- und Netzwerkstelle Licht-Blicke in Trägerschaft der pad gGmbH, in Kooperation mit Fritzi Jarmatz (Visuelle Kommunikation & Ideenräume), Trille Schünke-Bettinger (Antifaschistinnen aus Anstand & Netzwerk Frauentouren) und Straßenlärm Berlin e.V. Die Materialien sind frei zugänglich unter: https://licht-blicke.org/bildungsmaterialien-zu-widerstaendigen-frauen-gegen-den-nationalsozialismus-in-lichtenberg-und-umkaempfter-erinnerung-im-oeffentlichen-raum/

Referentinnen:

  • Sophie Groß (Runder Tisch für Politische Bildung Lichtenberg/Fach- und Netzwerkstelle Licht-Blicke)
  • Trille Schünke-Bettinger (Antifaschistinnen aus Anstand, Netzwerk Frauentouren)
  • Clara Westendorff (Straßenlärm Berlin e.V.)

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Event Detail

3. September 2026 15:00
3. September 2026 18:00
Revaler Straße 29, 10245 Berlin

Organizers

Berliner Landeszentrale für politische Bildung
anja.witzel@senbjf.berlin.de, (030) 90249 3056
Die Berliner Landeszentrale für politische Bildung ist eine Einrichtung des Landes Berlin und organisiert Veranstaltungen der politischen Bildung in unterschiedlichen Formaten.