Vom Volksentscheid über die Fürstenenteignung vor 100 Jahren bis zu aktuellen Vergesellschaftungsdebatten.
Der Volksentscheid zur Fürstenenteignung im Juni 1926 war ein bemerkenswertes Ereignis: Erstmals wurde direkte Demokratie auf nationaler Ebene ausprobiert. Wenngleich der Entscheid am Ende scheiterte, zählte er trotzdem zu den größten Erfolgen der Arbeiterbewegung in der Weimarer Republik. Mehr als 14 Millionen Menschen hatten sich für die Initiative ausgesprochen.
In den vergangenen Jahren sorgte ein weiterer Volksentscheid für Furore: Unter dem Motto „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ stimmte im September 2021 eine deutliche Mehrheit der Stadt für die Vergesellschaftung der Berliner Bestände großer Immobilienunternehmen. Der Entscheid ist bis heute ohne konkrete Umsetzung geblieben.
Welche Verbindungslinien lassen sich zwischen der versuchten Fürstenenteignung und aktuellen Debatten um Vergesellschaftung ziehen? Wie hat sich der Volksentscheid als direktdemokratisches Instrument seit der Weimarer Republik entwickelt? Worin bestehen in einer parlamentarischen Demokratie die Chancen und Risiken unmittelbarer Mitbestimmung? Und wie prägen die gegenwärtigen Initiativen den städtischen Raum in Berlin?
Über diese historischen Kontinuitäten und aktuellen Konflikte rund um Eigentum, Vergesellschaftung und direkte Demokratie diskutieren Dr. Rabea Berfelde, Dr. Ralf Hoffrogge und Dr. Axel Weipert.
Im Anschluss an das Gespräch gibt es Gelegenheit zum offenen Austausch und einen kleinen Empfang an der Bar des Salons.
Eine Veranstaltung in Kooperation der Stiftung Ernst-Reuter-Archiv, des Münzenbergforum Berlin sowie der Rosa-Luxemburg-Stiftung.
Aus organisatorischen Gründen bitten wir um eine kurze Voranmeldung: https://pretix.eu/Muenzenberg/Enteignung/