Vor rund fünf Jahren ist in der radikalen Linken in Deutschland eine Strategiedebatte darüber entbrannt, wie die politische Arbeit weg von einer Fokussierung auf die Szene und hin zur breiteren Gesellschaft und ihren sozialen Auseinandersetzungen verlagert werden kann. Aus dieser Suchbewegung sind unterschiedliche Stadtteilgruppen entstanden, die in Form von Basisarbeit neue Praxen entwickeln, um an die lokalen Lebensbedingungen anzuknüpfen und entlang von Alltagskonflikten zu einer Politisierung des Stadtteils beizutragen. Sie versuchen, Profitorientierung, Konkurrenz und Vereinzelung eine solidarische und bedürfnisorientierte Praxis entgegenzusetzen. In der aktiven Hinwendung zu den Nachbar*innen unterscheiden sie sich von klassischen Infoläden und linken Szenetreffs, durch den revolutionären Anspruch besteht gleichzeitig eine klare Abgrenzung zu Sozialarbeit und reformistischen Ansätzen. Zentrale Arbeitsfelder sind Miet- und Arbeitskämpfe, Feminismus und Carearbeit sowie Antirassismus.
Der Vortrag soll zum Nachdenken und zur Diskussion anregen – für Aktivist*innen und für alle, die überlegen, wie wir unsere Gesellschaft positiv verändern können.
Gemeinsam mit dem Bildungskollektiv Erfurt e.V.