Die fetischhafte Macht des Kapitals entschlüsseln

Über zwanzig Jahre lang hat Marx an seiner „Kritik der politischen Ökonomie“ gearbeitet, mit der er die kapitalistischen Produktions- und Lebensverhältnisse auf radikale Weise entschlüsselt hat. Er wollte damit verhindern, dass in den Arbeiterbewegungen seiner Zeit verkürzte und reformistische Lösungsvorschläge einer wirklichen Überwindung der kapitalistischen Klassengesellschaft im Wege stehen. Vor diesem Problem stehen wir auch heute noch.

In den 1860er Jahren hatte Marx zwei, mehrere tausend Seiten umfassende Manuskripte für ein dreibändiges Werk geschrieben, konnte aber selbst nur noch den 1. Band „Der Produktionsprozess des Kapitals“ für den Druck fertig machen. Nach seinem Tod hat sein Freund Friedrich Engels aus den Manuskripten den 2. Band „Der Zirkulationsprozess des Kapitals“ und den 3. Band „Der Gesamtprozess der kapitalistischen Produktion“ zusammengestellt.

Marx hat die drei Bände immer als eine Einheit betrachtet, aus deren Zusammenhang sich erst die eigentliche Kritik des Kapitalismus ergibt. Viele Fragen, die bei der Lektüre des 1. Bands aufkommen, lassen sich erst durch die Lektüre der anderen beiden Bände klären. Aber da Engels aus Ehrfurcht vor seinem Freund möglichst alles aus den Manuskripten, auch viele Abschweifungen und theoriegeschichtliche Exkurse, übernehmen wollte, müssen wir nicht alle 1.500 Seiten lesen. Im Lesekreis werden wir uns daher auf die wesentlichen Kerngedanken der Bände 2. und 3. beschränken.

Kenntnis des 1. Bands ist sicherlich von Vorteil, aber für die Teilnahme am Lesekreis nicht unbedingt erforderlich. Wir werden ohnehin immer wieder auf den 1. Band zurückkommen müssen und die dort entwickelte Kritik im Lichte der zwei weiteren Bände neu bewerten. In der ersten Sitzung wird es außerdem eine kurze Zusammenfassung des 1. Bands geben.

Als gemeinsame Textgrundlage verwenden wir die Ausgabe des „Kapitals“ vom Dietz Verlag Berlin, entweder als Einzeldrucke oder als Marx-Engels-Werke Band 24 und 25, die sind bis auf den Einband identisch.

Im Vordergrund des Lesekreises steht kein philologisches oder akademisches Interesse an Marx, sondern die politische Bedeutung seiner Kritik für eine emanzipatorische Praxis. Denn trotz, oder vielleicht auch wegen seines unfertigen Charakters bietet „Das Kapital“ noch immer eine grundlegende Methode, um sich die heutigen Krisen und Konflikte im globalisierten Kapitalismus klar zu machen – und mehr noch, um den Kampf gegen unmenschliche Verhältnisse konsequent führen zu können.

  • Termine: 32 Sitzungen, ab 2. September 2026 jeden Mittwoch (außer Feiertage und Ferien) von 19 Uhr bis 21 Uhr
  • Wir bitten um Anmeldung per Email an:kapital-lesen-koeln@web.de

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW

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Event Detail

2. September 2026 19:00
2. September 2026 21:00
Melchiorstr. 3, 50670 Köln

Organizers

Rosa-Luxemburg-Stiftung
info@rosalux.org
Die Rosa-Luxemburg-Stiftung gehört zu den großen Trägern politischer Bildungsarbeit in der Bundesrepublik Deutschland. Sie versteht sich als ein Teil der geistigen Grundströmung des demokratischen Sozialismus.