Gegenwärtig wird viel über die Wiederkehr linksautoritärer Gruppen spekuliert, deren Vokabular und Auftreten dem antiautoritären antifaschistischen Konsens des 21. Jahrhunderts diametral gegenübersteht. Angesichts der Jahrzehnte, die die aus jenen Reihen dröhnenden Slogans schon auf dem Buckel haben, mag einerseits die Hartnäckigkeit aber auch die scheinbare Attraktivität der antiimperialistischen Logik für eine junge Generation auf den ersten Blick vielleicht verwundern.
Der Vortrag versucht die aktuellen Artikulationen des Linksautoritarismus – in seiner martialisch-männlichen sowie seiner kollektiv-kulturalistischen Ausdrucksform – historisch und gesellschaftlich nachzuvollziehen. Dabei soll die Erklärung für seine Beharrlichkeit genauso im Vordergrund stehen, wie die Frage, was dieser für eine gegenwärtige antifaschistische Theorie und Praxis bedeutet.
Luise Henckel hat Politikwissenschaft, Kulturwissenschaften und Politische Theorie studiert, arbeitet gegenwärtig am Institut für Sozialforschung in Frankfurt am Main und promoviert an der Universität Halle zur jüdischen Emanzipation im 19. Jahrhundert. Sie publiziert und hält Vorträge zur frühen kritischen Theorie, materialistischen Staatstheorie und zum (linken) Antisemitismus.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Rosa Salon Trier, dem Kulturgraben e.V. und der Initiative Interdisziplinäre Antisemitismusforschung Trier (IIA).