Regenbogenhauptstadt Berlin? Queere Migration zwischen Sehnsuchtsort und Realität

Berlin gilt national wie international als Symbol für queeres Leben, Vielfalt und gesellschaftliche Offenheit. Die Stadt steht für Sichtbarkeit, Selbstbestimmung und die Möglichkeit, sexuelle und geschlechtliche Identitäten frei zu leben. Gerade für queere Menschen mit Flucht- oder Migrationserfahrung übt dieses Bild eine besondere Anziehungskraft aus. Aus diesem Grund suchen auch Menschen aus anderen Bundesländern oder aus dem Ausland gezielt den Kontakt nach Berlin. Sie verbinden die Stadt mit der Hoffnung auf Sicherheit, Akzeptanz und die Chance, ein Leben ohne Verfolgung, Diskriminierung oder soziale Kontrolle zu führen.

Doch wie belastbar ist dieses Versprechen einer »Regenbogenhauptstadt«? Hinter dem internationalen Image Berlins stehen zunehmend politische und gesellschaftliche Herausforderungen, die insbesondere queere Geflüchtete und Migrant*innen betreffen. Unsichere Aufenthaltsstatus, erschwerte Zugänge zu Integrations- und Sprachkursen, Gewalt- und Diskriminierungserfahrungen in Sammelunterkünften sowie rassistische und andere Ausschlussmechanismen innerhalb queerer Communities prägen vielerorts den Alltag. Hinzu kommen die Auswirkungen der Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS), die neue Fragen nach Schutz, Zugang zu Rechten und gesellschaftlicher Teilhabe aufwerfen.

Berlin wird damit zu einer Bühne der Widersprüche: Zwischen dem Anspruch einer offenen und solidarischen Metropole und den realen Barrieren, denen viele Menschen begegnen. Die Veranstaltung lädt dazu ein, diese Spannungsfelder gemeinsam zu beleuchten und aus unterschiedlichen Perspektiven zu diskutieren. Welche Rolle spielt Berlin tatsächlich als Schutz- und Sehnsuchtsort für queere Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung? Wer kann an den Freiheiten und Möglichkeiten der Stadt teilhaben – und wer bleibt trotz aller Versprechen (wieder) ausgeschlossen? Und welche politischen, gesellschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Veränderungen sind notwendig, damit die Idee einer »Regenbogenhauptstadt« nicht nur ein Image bleibt, sondern für alle Menschen erfahrbar wird? Gemeinsam möchten wir darüber ins Gespräch kommen, welche Voraussetzungen für echte Teilhabe, Schutz und Zugehörigkeit geschaffen werden müssen.

Für das Panel sind angefragt:

  • Katarina Niewiedzal, Beauftragte des Berliner Senats für Integration und Migration
  • Tunay Altay, Co-Leiter der Abteilung Geschlecht, Sexualität und Migration des BIM der HU Berlin
  • Jumoke Adeyanju, mehrsprachige, interdisziplinäre Schriftstellerin, Kuratorin und Tänzerin
  • Zuher Jazmati, Veranstalter, Moderator, Podcaster und politischer Bildner

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Event Detail

10. September 2026 18:30
10. September 2026 20:00
Revaler Straße 29, 10245 Berlin

Organizers

Berliner Landeszentrale für politische Bildung
Melike B. Ҫınar, E-Mail: melike.cinar@senbjf.berlin.de, Telefon: (030) 90249 3058
Die Berliner Landeszentrale für politische Bildung ist eine Einrichtung des Landes Berlin und organisiert Veranstaltungen der politischen Bildung in unterschiedlichen Formaten.