Ein Gespenst ist zurück in Europa, das Gespenst des Geburtenrückgangs. Seit einiger Zeit ist die „zu niedrige Geburtenrate“ wieder politisch allgegenwärtig und sorgt für Aufregung. Zugleich hat sich nicht nur in den USA Pronatalismus zu einem wirkungsmächtigen rechten Brückenkonzept entwickelt. Es ermöglicht eine Allianz vielfältiger anti-feministischer, anti-queerer und rassistischer Kräfte: von Ultrarechten, über wertkonservativ-christliche Fundamentalist*innen bis zu libertären Tech-Bros und Vertreter*innen einer neuen Hipster-Eugenik. Aber auch Politiker*innen des gemäßigten Spektrums rufen zum verschärften Kinderkriegen auf. Gleichzeitig fordern Interessenvertreter*innen der Reproduktionsmedizin eine Ausweitung von Angeboten assistierter Fortpflanzung. Währenddessen hat sich die globale Fertilitätsindustrie schon längst zu einem Wirtschaftssektor entwickelt, für den enorme Wachstumsraten prognostiziert werden.
In unserer Veranstaltung wollen wir die skizzierten Entwicklungen ausleuchten, kritisch hinterfragen und zugleich mögliche emanzipatorische Interventionen diskutieren. Was heißt reproduktive Gerechtigkeit unter den Bedingungen eines autoritären Tech-Kapitalismus?
Wir bitten um Anmeldung bei katharina.puehl@rosalux.de bis zum 10. Dezember, 15:00 Uhr (Betreff: Reproduktive Gerechtigkeit)
Veranstalter*in: fem*ini. Feministische Initiative gegen reproduktive Ausbeutung
Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische, queerfeindliche oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.
Programm:
- 15.45 bis 16.00 Uhr Ankommen
- 16.00 bis 16.15 Uhr: Begrüßung durch die Rosa Luxemburg Stiftung (Katharina Pühl)
- 16.15 bis 17.15 Uhr: Wachstumssektor medizinisch assistierte Reproduktion: Globale Finanzialisierung, Expansion, Fragmentierung und Ausdifferenzierung der Produktpalette
Mit Kathrin Braun, Susanne Lettow, Stefanie Graefe und Erika Feyerabend + Diskussion - 17.15 bis 17.30 Uhr Pause
- 17.30 bis 18.30 Uhr: Demografischer Alarmismus und rechter Pronatalismus.
Mit Jonte Lindemann, Christa Wichterich und Susanne Schultz + Diskussion - 18.30 bis 19.00 Uhr Pause
- 19 Uhr bis 20 Uhr: Diskussion: Welche Strategien, Forderungen und Bündnisse für reproduktive Gerechtigkeit brauchen wir?
Mit Sigrid Graumann, Ulrike Baureithel, Silke Koppermann und Sabine Könninger