Epic Fury und sein 14-Punkte-Plan: Krieg durch Frieden, Frieden durch Krieg im Nahen Osten
Besserwisserisch kopfschüttelnde Vorwürfe an Trump in Bezug auf seinen „Epic Fury“-Krieg gegen und seinen Frieden mit Iran gibt es viele. Dass sie sich teilweise komplett widersprechen, stört offenbar diejenigen nicht, die sie erheben und die dabei so tun, als wäre der Chef der Weltmacht Nr. 1 ihnen gegenüber irgendwie rechenschaftspflichtig:
Die USA haben unter Trumps Kommando sich ohne Not und sehenden Auges in einen „war of choice“ begeben. – Die USA haben unter Trump überhaupt nicht das Kommando, sondern sich in die Sache hineinmanipulieren lassen von dem Israel Netanyahus, der den USA mit seinem unerbittlich vorpreschenden Kriegswillen gar keine „choice“ gelassen hat.
Die USA haben viel zu viel der eigenen wertvollen und wundervollen amerikanischen Waffen auf ihren Gegner geworfen.
Die USA agieren viel zu zögerlich und ohne Plan, und überlassen den Iranern permanent die Initiative.
Die USA haben den Krieg begonnen, obwohl Iran gar keine atomare Bedrohung dargestellt hat. – Die USA haben die atomare Bedrohung, die Iran darstellt, gar nicht wirklich aus der Welt geschafft.
Die USA beschädigen mit ihrem Krieg ihre Verbündeten, die vom Krieg abgeraten hätten. – Die USA beschädigen mit ihrem Frieden die Verbündeten, die von diesem Frieden abgeraten hätten. Usw. usf.
Der Vortrag nimmt sich etwas Abseitiges im Verhältnis zu solchen Beschwerden vor: die theoretische Erklärung, inwiefern Trump mit diesem Krieg auf Basis der überlegenen imperialistischen Macht der USA sein Programm umsetzt, die von ihm vorgefundene Weltordnung von oben herab umzustürzen und – „endlich!“ – dahin zu zwingen, eindeutig und ohne Abstriche Material und Quelle amerikanischen Nutzens zu sein. Dabei klärt sich auch, wie und warum zu dieser imperialistischen Programmatik die wahnhaft anmutenden Äußerungen der Person des amerikanischen Präsidenten perfekt passen. Und die Lust darauf, dieses aktuelle Kapitel amerikanischer Weltmacht und Weltherrschaft mit pro-amerikanisch sorgenvollen Betrachtungen über dessen Erfolgsaussichten oder anti-amerikanisch hämischen Stellungnahmen über schon eingetretene Misserfolge zu begleiten, vergeht dabei nebenbei ganz von selbst.
Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Egbert Dozekal, Redaktion Gegenstandpunkt/Frankfurt am Main
Eine Veranstaltung des Lesekreises Wirtschaft und Politik