Der weltweite Mangel an Fachkräften in der Gesundheitsversorgung ist längst keine ferne Bedrohung mehr, sondern eine akute Realität, gerade in Sachsen-Anhalt. Um diesen drängenden Zustand zu beleuchten, lädt die Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt gemeinsam mit dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld und dem Frauenzentrum Wolfen vom Verein „Frauen helfen Frauen“ am Mittwoch, 14. Oktober 2026, ab 17 Uhr zum Film „HELDIN“ sowie einem anschließenden Fachgespräch ein.
Die Schweizer Regisseurin Petra Volpe hat mit dem Spielfilm „HELDIN“ eine respektvolle Hommage an die tägliche Arbeit von Pflegekräften geschaffen, die zugleich ein eindringlicher Appell für mehr soziales Engagement ist. Der Film rückt nicht nur die individuellen Schicksale ins Licht, sondern verdeutlicht auch systemisch, wie essenziell eine qualitativ hochwertige Betreuung im Krankheitsfall für jede und jeden Einzelnen ist.
Die Fiktion des Films trifft auf harte Fakten. Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellt der Mangel an Pflegepersonal ein globales Gesundheitsrisiko dar. Das Statistische Bundesamt rechnet bis 2029 mit einem bundesweiten Defizit von rund 260.000 fehlenden Fachkräften. Diese Entwicklung spiegelt sich besonders drastisch in Sachsen-Anhalt wider: Daten der AOK zeigen, dass die Zahl der Pflegebedürftigen im Land zwischen 2017 und 2023 um satte 65 Prozent gestiegen ist. Im Jahr 2023 war bereits jeder zehnte Versicherte auf externe Hilfe angewiesen – eine Entwicklung mit weitreichenden Konsequenzen für das Gesundheitssystem des Bundeslandes.
Im Anschluss an den Film kommen wir zur Situation der Pflege und der Pflegeausbildung in Sachsen-Anhalt, zur Frage nach Pflegekräften aus dem Ausland in Zeiten des Rechtsrucks, zur Krankenhausreform und zu vielem mehr ins Gespräch.
Die Veranstaltung ist kostenlos.
Der Veranstaltungsort ist barrierefrei für Menschen mit Gehbehinderung zugänglich. Es stehen zwei Aufzüge zur Verfügung.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt, dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld und dem Verein Frauen helfen Frauen e.V. des Frauenzentrums in Wolfen.