Wie können wir uns imperialistischen Kriegen und ausländischen Interventionen entgegenstellen, ohne dabei autoritäre Regime zu verteidigen? Und wie können wir eine internationalistische Solidarität aufbauen, die in den Kämpfen der Menschen und nicht in den Interessen von Staaten verwurzelt ist?
Während der US-geführten Invasion des Irak im Jahr 2003 hielten Teile der irakischen Linken an der Parole „Nein zum Krieg, nein zur Diktatur“ fest und lehnten damit sowohl die Invasion als auch die Diktatur Saddam Husseins ab. Heute bietet diese Position einen wichtigen Ausgangspunkt, um sich gegen militärische Interventionen der USA und Israels zu stellen und gleichzeitig solidarisch an der Seite derjenigen zu stehen, die in der Region gegen Autoritarismus und Repression kämpfen.
Die politischen Entwicklungen im Iran und im Irak sind eng miteinander verflochten. Der regionale Einfluss Irans, die Rolle bewaffneter Gruppierungen im Irak und die anhaltende militärische und politische Einflussnahme der USA haben die politischen Verhältnisse in beiden Ländern und der gesamten Region geprägt. Diese Verflechtungen werfen grundlegende Fragen nach Souveränität, Autoritarismus und Imperialismus auf.
Um die regionalen Machtverhältnisse zu verstehen, müssen wir jedoch über geopolitische Rivalitäten hinausblicken. Wie entfaltet sich der iranische Einfluss durch bewaffnete Gruppen, wirtschaftliche Netzwerke und ideologische Institutionen? Welche Rolle spielen Milizen und ihre wirtschaftlichen Interessen bei der Aufrechterhaltung politischer Macht? Und inwiefern können Konzepte wie Subimperialismus helfen, die iranischen Interventionen im Irak, in Syrien und im Libanon zu verstehen, ohne die regionale Rolle Irans mit jener globaler imperialistischer Mächte gleichzusetzen?
Die Podiumsdiskussion bringt sozialistische Perspektiven aus dem Irak, dem Iran und der weiteren Region zusammen, um die Verflechtungen von Autoritarismus, Imperialismus und regionalen Machtverhältnissen zu diskutieren. Gemeinsam wollen wir der Frage nachgehen, wie eine internationalistische Antikriegspolitik von unten heute aussehen kann – jenseits der Logik konkurrierender geopolitischer Lager.