Mit Azizou Chéhou & Moctar Nalosso (Agadez, Niger)
In der nächsten Woche beginnt die zweiwöchige Info-Tour mit zwei nigrischen Freunden und Mitstreitern des Alarme Phone Sahara. Azizou Chéhou (Koordinator des APS) und Moctar Nalosso (Co-Koordinator & Buchhalter) reisen beide aus Agadez (Niger) an, um bei 14 Veranstaltungen Einblicke in die alltägliche Arbeit des Alarme Phone Sahara zu geben – von Wüstenrettungen über Unterstützung für Abgeschobene bis hin zur politischen Dokumentation der Folgen europäischer Externalisierungspolitik.
Denn die europäischen Grenzpolitiken enden nicht an den Außengrenzen der EU. Deals mit Staaten in Nord- und Westafrika zielen schon weit südlich der Mittelmeerküste auf repressive Kontrolle von Migration und Flucht – mit verhängnisvollen Folgen für die Menschen auf dem Weg. Tausende sterben im Mittelmeer, Atlantik sowie auf den Routen durch die Sahara.
Das Alarme Phone Sahara (APS) arbeitet in Agadez und im Norden Nigers, um Menschen zu unterstützen, die auf diesen Routen in Not geraten. Die Initiative organisiert Rettungen in der Wüste, dokumentiert Menschenrechtsverletzungen und leistet praktische Hilfe für Menschen, die nach Pushbacks oder Abschiebungen in der Sahara ausgesetzt werden. Damit stellt es sich praktisch und solidarisch gegen die Externalisierung des europäischen Grenzregimes und verteidigt das Recht auf Bewegungsfreiheit.
Alarmierend sind die massenhaften Abschiebungen aus Algerien: Allein 2025 wurden über 34.000 Menschen unter qualvollen Bedingungen an die nigrische Grenze deportiert und teilweise mitten in der Wüste ausgesetzt. Das APS-Team im Grenzort Assamaka sammelt viele von ihnen mit motorisierten Dreirädern auf und bringt sie bei Bedarf zu Krankenstationen. Auch Abschiebungen aus Libyen in den Niger, u.a. durch die Milizen des Generals Khalifa Haftar, nehmen zu. Mit Datteln, Wasser und Schattenplätzen unterstützt das APS-Team in der nordnigrischen Kaouar-Wüste von Abschiebung betroffene Personen. Die Info-Tour gibt Einblicke in diese Entwicklungen. Gleichzeitig geht es um Perspektiven transnationaler Solidarität gegen ein Grenzregime, das Menschenrechte systematisch verletzt.
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