Transgeschlechtliche Menschen geraten zunehmend ins Visier autoritärer Politiken. In gesellschaftlichen Auseinandersetzungen dienen sie immer wieder als Projektionsfläche für Feindbildproduktion – nicht zuletzt aufgrund ihrer exponierten und oft prekären gesellschaftlichen Position. Besonders deutlich zeigt sich dies in der spezifischen Form der Transmisogynie, also der Abwertung und Bekämpfung von trans Weiblichkeit.
Doch die Angriffe bleiben nicht auf Worte beschränkt: Transgeschlechtliche Menschen sind nicht nur rhetorischen Kampagnen ausgesetzt, sondern ganz konkreten politischen Maßnahmen. Ob als Ergebnis rechter Stimmungsmache, im Zuge spät-neoliberaler Austeritätspolitiken oder durch selektive, staatsräsonable Formen von Homo- und Queernationalismus im Dienst von Militarisierung – Transfeindlichkeit wird auf unterschiedliche Weise politisch funktionalisiert.
Der Vortrag zeichnet diese verschiedenen Formen der Indienstnahme von Transfeindlichkeit nach. Er analysiert, wie unterschiedliche bürgerliche Lager transfeindliche Narrative und Politiken aufgreifen, zuspitzen oder strategisch einsetzen und macht sichtbar, welche autoritären Dynamiken sich darin ausdrücken.
Im Anschluss an den Vortrag besteht Raum für Fragen und Diskussion.
Mine Pleasure Bouvar (sie*/they) ist wandernde Agitatorin* und prekär freischaffende politische Bildner*in – mit Fokus auf politisch organisierte Transfeindlichkeit, Faschismusstudien und marxistischen Transfeminismus. Sie* schreibt, workshopt, denkt und konspiriert gegen die vergeschlechtlichte Ausbeutung und die Kommodifizierung von Identitäten, für die transsexuelle Befreiung und den queeren Kommunismus.
Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Gesellschaft der Vielen – Diskriminierungskritische Bildung in Niedersachsen“.
Anmeldung und Teilnahme:
Eine Anmeldung unter Angabe von Namen und Postleitzahl ist über den Button oben, unter weiterbildung@rls-nds.de oder telefonisch unter 0511 2790934 bei Mika Ananda Hagedorn im Regionalbüro Hannover der Rosa-Luxemburg-Stiftung möglich.
- Angaben zur Person:
Bitte Vorname, Nachname und Postleitzahl angeben - Der Zugnagslink wird bei erfolgreicher Anmeldung verschickt.
Die Plätze sind begrenzt.
Die Seminarsprache ist Deutsch.
Das Seminar findet online via Zoom statt. Technische Voraussetzung für die Teilnahme sind eine gute Internetverbindung und ein Computer mit funktionierender Kamera und Mikrofon. Hinweise zur Datenverarbeitung findest Du hier.
Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen gefördert durch die Niedersächsische Landeszentrale für politische Bildung.