Was passiert derzeit an den Berliner Universitäten? Warum ist Antisemitismus so beständig und gerade an Universitäten präsent? Und wie neu ist der gegenwärtige Antisemitismus tatsächlich?
Der Vortrag gibt zunächst eine kurze Einführung in die Geschichte des Antisemitismus an Universitäten. Dabei werden insbesondere die postnationalsozialistischen Kontinuitäten in der bundesrepublikanischen Gesellschaft nach 1945 in den Blick genommen. Einen aufschlussreichen Einblick bietet dabei das 1950/51 von Theodor W. Adorno, Max Horkheimer und anderen durchgeführte Gruppenexperiment. Die mit Studierendengruppen geführten Interviews zeigen, wie verbreitet antisemitische Ressentiments nach 1945 im akademischen Milieu waren. Abschließend richtet sich der Blick auf aktuelle Erscheinungsformen von Antisemitismus an der HU Berlin und auf deren Auswirkungen auf jüdische Studierende.
Bettine Rau studierte Geschichte, Politikwissenschaft und Antisemitismusforschung. Seit einigen Monaten ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt Die postnazistische Gesellschaft. Das ›Gruppenexperiment‹ des Instituts für Sozialforschung: Erschließung, Edition, Forschung am Institut für Sozialforschung, Frankfurt am Main.
Laura Steinbrück studiert im Master interdisziplinäre Antisemitismusforschung an der TU Berlin und arbeitet parallel dazu als Bildungsreferentin. Sie forscht unter anderem zur Erinnerungskultur in Deutschland, sowie zu Rechtsextremismus und Holocaustrelativierung in Gedenkstätten.
Eine Veranstaltung im Rahmen der Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus.