Antisemitismus ist für die extreme Rechte konstitutiv, kann jedoch nach der Shoah und der NS-Erfahrung nicht mehr in gleichem Maße offen kommuniziert werden, wie das noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts der Fall war. Während die traditionelle extreme Rechte nach 1945 unterschiedliche Formen eines verdeckten und auch offenen Antisemitismus nutzte, verhält sich die Neue Rechte anders. Dennoch finden sich auch hier Versatzstücke antisemitischer Ideologie und in zahlreichen neurechten Diskursen wird an antisemitische Verschwörungsmuster angeknüpft.
Wo zeigen sich diese Versatzstücke, wie passen sie sich in Themen der Neuen Rechten vom Geschichtsrevisionismus bis zur Migrationsabwehr ein und welche Funktion haben sie für die Ideologie dieser Spielart der extremen Rechten? Wir diskutieren auch die Frage, was wir mit den Mitteln der politischen Bildung dagegen tun können.
Mit Gerd Wiegel, Leiter des Referats Demokratie, Migrations- und Antirassismuspolitik beim DGB-Bundesvorstand in Berlin.