„Mein Hals zieht sich zu, ein Druck legt sich auf die Brust“, sobald es um diese eine Partei geht. „Ich nehme mein Handy, lasse den rechten Podcast doch wieder ungehört zurück und öffne lieber YouTube Shorts. Der schnellste Weg, um das Kurzzeitgedächtnis zu löschen.“ Drei Tage später habe ich meine Recherche für dieses Stück immer noch nicht begonnen. Manchmal sitzt der Widerstand im Körper, lange bevor der Kopf ihn erklären kann.
Wer Schwarz ist, kennt Rassismus. Wer Rassismus kennt, lehnt ihn ab. Wer ihn ablehnt, kann eigentlich keine rechte Politik unterstützen. Soweit die unausgesprochene Erwartung – bis sie auf Menschen trifft, die diese einfach nicht erfüllen. Einige Schwarze Menschen wählen heute Parteien, die sie eigentlich ausgrenzen wollen – einige sitzen sogar in deren Fraktionen oder nennen sie ihren „Safe Space“. Schwarze Menschen sind keine politische Einheit. Sie haben ein Recht auf jede Position. Aber aktiv in dieser Partei? Rechte Schwarze Menschen unterlaufen den Wunsch nach Gemeinschaft und Solidarität. Sie erzeugen Irritation. Da hilft nur eins: mitten aus dem Nichts einen Song singen. „Noch sind wir mehr, noch sind wir hier. Aber was, wenn sich das ändert?“
Bad Blacks bringt diese Widersprüche in einer musikalische Lecture Performance zwischen Pop und Analyse zusammen. Mit Zitaten, Geschichten und Songs – und der Frage, wer seine Black Card abgeben muss.
Im Anschluss folgt ein Gespräch mit Melane Nkounkolo. Melane ist Sängerin und betreibt den Instagram Kanal Beautiful Colours (@beautifulcolours__ ) für Empowerment und Gesellschaftskritik. Das Nachgespräch findet in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW statt.
Konzeption, Kostüm, Text und Performance: Ella Steinmann
Musik: Henoc Mavinga
Bühne und Lichtdesign: Birk André Hildebrandt
Inhaltliche Beratung und Social Media: Melane Nkounkolo
Produktionsleitung: Mara Henni Klimek
Inhaltliche und sensorische Hinweise:
Das Stück beinhaltet Erzählungen von Rassismus. Es werden stellenweise rassistische Vorstellungen thematisiert. Rassistische Beleidigungen kommen nicht vor. Es kommen eine Nebelmaschine sowie farbige Lichteffekte zum Einsatz. Das Licht ist teilweise discoartig und kann bunt, sich drehend, flackernd und wabernd wirken.
- Tickets sind online erhältlich oder – wenn noch Plätze frei sind – an der Abendkasse
- Ticketlink: https://www.prt-bochum.de/kalender/bad-blacks-oder-the-death-of-race