Becoming Porous | On Water PARCOURS with Spreepark Art Space

Wie können wir zusammen mit dem Wasser lernen?

Wie fühlt sich eine symbiotische Lebensweise mit Wasser an?

In Kooperation mit dem Spreepark Art Space lädt der „On Water PARCOURS“ dazu ein, Wasser als verbindendes Element zwischen Körpern, Landschaften, Infrastrukturen und Wissensformen zu erleben. Ausgehend vom Konzept des Hydrofeminismus, geprägt von Astrida Neimanis, wird Wasser nicht als Ressource verstanden, sondern als Medium von Beziehungen – durchlässig, zirkulierend und existenziell für menschliches wie nicht-menschliches Leben. Hydrofeminismus begreift Körper nicht als abgeschlossene Einheiten, sondern als poröse Systeme in ständigem Austausch mit ihrer Umwelt. Wasser durchdringt Zellen, Böden, Infrastrukturen und Ökosysteme und verbindet dabei Innen und Außen, Menschliches und Mehr-als-Menschliches.

Am Ufer der Spree, im ehemaligen Vergnügungspark und rund um den Spreepark Art Space im Eierhäuschen, werden diese Verbindungen unmittelbar erfahrbar. Zugleich wird sichtbar, wie verletzlich urbane Wassersysteme sind – geprägt von Klimawandel, Versiegelung, Regulierung und Eingriffen wie der Mühlendammschleuse. Wasser wird hier nicht nur als ökologisches System, sondern auch als soziale, politische und kulturelle Lebensgrundlage sichtbar.

Als Teil der BUA-Veranstaltungsreihe „On Water PARCOURS“ und der internationalen Residency “Urban Streams” bringt das Programm Berliner Wasserforschung, internationale künstlerische Positionen und die Stadtgesellschaft in einen gemeinsamen Austausch. Forschende der Berlin University Alliance, Künstler*innen der Urban-Streams-Residency und weitere Gäste erkunden gemeinsam, wie Wissen über Wasser nicht nur wissenschaftlich vermittelt, sondern künstlerisch erforscht, körperlich wahrgenommen und kollektiv geteilt werden kann.

In einem ganztägigen Programm wird Wasserwissen zu einer unmittelbaren, gemeinsamen Erfahrung, die Künstler*innenWissenschaftler*innen und Öffentlichkeit miteinander verbindet und in einen Dialog – auch mit dem Wasser selbst – bringt. Dabei werden Formen des kollaborativen Lernens und des Wissensaustauschs jenseits rein diskursiver Ansätze erprobt. Durch Wahrnehmung, Bewegung und Zuhören – einschließlich der Klänge der Spree – wird dieses Wissen sinnlich erfahrbar.

Das Programm eröffnet mit der neuen interaktiven Konzertperformance “PEACES SO FAR” von FrauVonDa, die die Oder als Grenzfluss, Erinnerungsraum und Ort der Möglichkeiten erforscht. In einem Format namens „senSONICtalk©”, das Kunst, Wissenschaft und Diskurs miteinander verbindet, zeichnet die Performance die vielschichtigen Geschichten des Flusses als Lebensraum, politischen Schauplatz sowie Ort von Konflikt und Verbindung nach.

Anschließend geben die Künstler*innen der Urban Streams Residenz in einem Artist Talk Einblicke in ihre Arbeit. Im Fokus stehen dabei ihre Forschungsprozesse zu urbanen Gewässern sowie die Projekte, die im Rahmen des ganztägigen Open Studios zu sehen sind. Das Gespräch dient als diskursiver Dialog über die Schnittstelle von Ökologie, Stadtraum und Kunst.

In der partizipativen Gesprächsrunde „Methods of Care for Rivers“ diskutieren Forschende und Künstler*innen gemeinsam mit dem Publikum über alternative Forschungspraktiken des „Sorge-Tragens für Wasser“ durch Zuhören, Erzählen, Kartieren und Schwimmen als sensorische Methoden der Wissensproduktion. Mit dabei sind Laura Betancur Alarcón (HU Berlin), die zu hydrosozialen Beziehungen und kollektivem Süßwasserwissen forscht, Kate Donovan, die zu Amphibious Listening und den Klangwelten der Spree forscht, Anna Neuhaus (TU Berlin), die Mapping als Methode mehr-als-menschlicher Landschaftsforschung reflektiert, sowie Isabel Bredenbröker, die im Rahmen der Ausstellung „On Water“ im Humboldt Labor Schwimmen und Klang als wasserbezogene Forschungsmethoden untersucht. Über eine digitale Plattform wird das Publikum aktiv in die Diskussion eingebunden.

Begleitend zu den diskursiven Sessions im historischen Tanzsaal des Spreepark Art Space entfaltet sich im Innen- und Außenbereich ein vielfältiges Programm aus Workshops, Führungen, Klangarbeiten, Installationen und familienorientierten Formaten. Es lädt dazu ein, Wasser mit allen Sinnen zu erforschen – hörend, zeichnend, forschend und im gemeinsamen Austausch.

So können sich die Teilnehmenden im partizipativen Mapping-Workshop von Anna Neuhaus (TU Berlin) über Wahrnehmung, Spurensammlung, Lesen und Zeichnen auf die feuchten Prozesse der Landschaften des Spreeparks einstimmen und sich mit dem Unbekannten, Fragilen und Fragmentarischen auseinandersetzen.

Weitere Programmpunkte im Außenbereich sind der Familienworkshop „LuckyLachs Parcours für Kinder (und Erwachsene dürfen mitmachen)“ von Léon Gross und Jakob Kukula vom Symbiotic Lab, der Rundgang über die Spreepark-Baustelle „Gesammelte Regentropfen auf wilder Fahrt durch den Spreepark“ mit Jana Engel und Heidrun Bäumker, sowie der hydrofeministische Spaziergang mit Sarah Wenzinger.

Neben den Arbeiten der Urban-Streams-Künstler*innen Marie-Louise Jones, Karel Kopliments, Hele Okkonen und Fionn Timmins begegnet das Publikum einer ortsspezifischen audiovisuellen Installation von FrauVonDa, einem Livestream der Spree von Kate Donovan, einer Klangarbeit von Isabel Bredenbröker gemeinsam mit Kirsty Wissing sowie einer interaktiven Arbeit von Anna Kubelik.

Den Ausklang des Tages bildet ein gemeinsames Get-together mit Getränken und Fingerfood ab 18 Uhr.

 

Das Programm findet in englischer und deutscher Sprache statt.

 

Hinweis zur Anreise von 13:30-20:00 Uhr wegen Berlin Triathlon rund um Eierhäuschen und Plänterwald: Kommen Sie von 13:30-20:00 Uhr am besten mit der S-Bahn: S Treptower Park, S8, S9, S85, S41/42, Fußweg ca. 35 min durch den Treptower Park an der Spree entlang oder S Plänterwald, S8, S9, S85, Fußweg ca. 20 min durch den Plänterwald. Oder mit dem Fahrrad – Abstellmöglichkeiten gibt es direkt vor Ort. Anreise per Bus Linie 265 über Neue Krugallee / Dammweg in diesem Zeitraum nicht möglich. Mehr Informationen zu den Strecken und Sperrungen unter: https://www.berlin-triathlon.de/Service/Anwohnerinfos/

Event Detail

6. Juni 2026 13:00
6. Juni 2026 19:00
Kiehnwerderallee 2, 12437 Berlin

Organizers

Berlin University Alliance (BUA)
medien@berlin-university-alliance.de
Die BUA ist ein Konsortium, bestehend aus der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin, der Technischen Universität Berlin und der Charité - Universitätsmedizin Berlin.