Der Vortrag widmet sich dem Werk des belarussisch-sowjetischen Schriftstellers, Literaturkritikers, Publizisten und Menschenrechtlers Ales Adamowitsch (1927-1994), dessen vielstimmige Dokumentarliteratur die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg und an die nationalsozialistischen Verbrechen auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion wesentlich prägte. Insbesondere die Erinnerung an Chatyn und die „Verbrannten Dörfer“ in Belarus sowie an die Blockade Leningrads beschäftigten ihn zeitlebens.
Als Menschenrechtler und Wegbereiter der Perestrojka gehörte Adamowitsch zu den Mitgründern der Menschenrechtsorganisation Memorial und setzte sich bis zu seinem Tod 1994 aktiv für eine demokratische Wende und für eine Aufarbeitung der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl ein. Im Vortrag werden einige von Adamowitschs wichtigsten Büchern, wie z.B. Feuerdörfer (1975), vorgestellt und es wird auf seine menschenrechtliche Tätigkeit eingegangen.
Referentin: Dr. Nina Weller ist Slawistin, Literaturwissenschaftlerin und Übersetzerin. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung in Berlin und forscht zu Erinnerungskulturen, Populärkulturen und Gegenwartsliteraturen in Osteuropa.
Moderation: Falko Schmieder
Helle Panke e.V. Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin, Kopenhagener Str. 9, 10437 Berlin
Kosten: 2 €