Am 17. Mai 1946 wurde in Berlin die Deutsche Film-Aktiengesellschaft (DEFA) ins Leben gerufen. Die DEFA produzierte mehr als 700 Spielfilme, ca. 750 Animationsfilme sowie mehr als 2000 Dokumentar- und Kurzfilme. Für das Fernsehen der DDR entstanden von 1959 bis 1990 über 600 Produktionen.
Zum 80. Jahrestag der Gründung der DEFA zeigt die Rosa-Luxemburg-Stiftung eine Plakat-Ausstellung von ausgewählten DEFA-Filmen von 1946 bis 1990. Das Filmplakatschaffen in der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und in der DDR ist klar: Es gibt das erste Plakat (aus dem Jahr 1945) und das letzte (es entstand 1990). In diesem Zeitraum schufen über 400 nur teilweise bekannte Grafiker rund 6.400 Plakate. Alle Plakate finden sich in dem Buch: Mehr Kunst als Werbung: Das DDR-Filmplakat 1945–1990 von Detlef Helmbold, herausgegeben von der DEFA-Stiftung.
In der Bibliothek der Rosa-Luxemburg-Stiftung werden vom 31. August bis 7. Dezember 32 dieser DEFA-Plakate präsentiert. Darunter sind in der Mehrzahl Filmklassiker sowie künstlerisch ausdrucksstarke Plakate aus verschiedenen Genres der DEFA-Filmproduktion.
Programm:
- 17:00 Uhr: Vernissage in der Bibliothek der Rosa-Luxemburg-Stiftung mit Heike Werner (Geschäftsführerin der Rosa-Luxemburg-Stiftung), Stefanie Eckert (Vorstand DEFA-Stiftung) und dem Kurator der Ausstellung Paul Werner Wagner
- 18:00 Uhr: Filmabend mit dem DEFA-Film Die Schlüssel (1974)
- Im Anschluss Gespräch mit: Helga Schütz (Autorin) sowie Jutta Hoffmann und Jaecki Schwarz; Moderation: Paul Werner Wagner (Kurator der Ausstellung)
Der Film erzählt die Geschichte der Arbeiterin Ric (Jutta Hoffmann) und des Studenten Klaus (Jaecki Schwarz), die unterwegs in ihrem Urlaub in Krakow, auf dem Flughafen ein polnisches Ehepaar kennenlernen, dem sie so sympathisch sind, dass es ihnen spontan die Schlüssel zu seiner Krakower Wohnung überlässt. Immer wieder stellt sich für beide die Frage, ob sie mit ihren unterschiedlichen Lebenskonzepten zusammenpassen. Regisseur Egon Günther zeigt seine sensible Fähigkeit, Schauspieler noch mit ihren knappsten Gesten und lakonischen Dialogen brillieren zu lassen.
Der Film stieß bei der Abnahme auf Ablehnung der Kulturfunktionäre. Mit zweijähriger Verspätung fand die Premiere im Februar 1974 im Berliner Kino „International“ statt. Der Film durfte danach fast nur in Studiokinos gezeigt werden, bis die politische Entwicklung im Nachbarland Polen dann zum gänzlichen Filmverbot führte. Deshalb ist Egon Günthers Meisterwerk „Die Schlüssel“ bis heute nahezu unbekannt geblieben.
Um Anmeldung wird gebeten, s.o.
In Kooperation mit der DEFA-Stiftung