Mit dem Angriff auf die Bolivarische Republik Venezuela und der Entführung des Präsidenten des Landes Anfang des Jahres zeigt sich die aktuelle Lateinamerika-Politik der USA in altbekannter Ausrichtung, aber in einem neuen Gewand.
Die mit der Einführung der Vereinten Nationen und der Stärkung des Sozialismus im Weltmaßstab nach dem Zweiten Weltkrieg einhergehende Entkolonialisierung steht auf dem Prüfstand – es deutet sich ein offener Neokolonialismus an.
Dass dabei das geltende Völkerrecht beiseitegeschoben wird, ist offensichtlich und zeigt sich einmal mehr in der Ausweitung der kriegerischen Blockadepolitik gegen die Republik Kuba, die auf ein Aushungern und Strangulieren des Karibikstaates angelegt ist. Weitere Staaten wie Brasilien, Nicaragua oder Mexiko sind im Visier der USA, die mit ihrer „Nationalen Sicherheitsstrategie“ andere Mächte aus „ihrer Hemisphäre“ heraushalten wollen.
In Vortrag und Diskussion wird der Blick auf die imperialen Interessen der USA gerichtet, auch über Lateinamerika hinaus. Der Angriff auf Venezuela ist nicht ohne den Krieg gegen den Iran zu verstehen: Beide Angriffe stehen wiederum im Kontext der anstehenden, sich auch in anderen Kontinenten ausdrückenden Auseinandersetzung mit der Volksrepublik China.
Günter Pohl befasst sich seit mehr als drei Jahrzehnten mit der Lage in Lateinamerika und war Vorsitzender der Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba.
Eine Veranstaltung des Rosa-Luxemburg-Clubs Bielefeld in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW