Seit 1943 stehen in den Regalen der Tübinger Juristenfakultät etwa tausend Bücher aus der Privatbibliothek des NS-verfolgten Völkerrechtlers Max Fleischmann. Hunderte weitere wurden seither von Tübinger Juristen als entbehrlich aussortiert, teils an die Universitätsbibliothek abgegeben, teils verramscht. Fast vollständig verschwunden ist die Erinnerung daran, wie diese Bibliothek nach Tübingen kam, wem sie gehörte und wie verzweifelt ihr Eigentümer vergeblich versuchte, sich durch Emigration zu retten.
Anhand bislang wenig bekannter Quellen rekonstruierte der Empirische Kulturwissenschaftler Prof. Dr. Hans-Joachim Lang diese Geschichte. Dabei geht es um weit mehr als Bücher. Es geht um den Umgang der Universität Tübingen mit einem Erbe, das aus nationalsozialistischem Unrecht hervorgegangen ist.
Diese Veranstaltung findet im Rahmen der Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus statt.